Neulich im Multimedia-Seminar: Eine Teilnehmerin, die sich zuvor als “überzeugte Radiomacherin” vorgestellt hatte, kommt in der Pause zu mir. “Ich habe hier ein 30 Minuten Interview. Wie bereite ich das denn nun multimedial auf?”
Die Frage geht in Ordnung, dennoch offenbart sie eine Denke, die (leider) nach wie vor viele Journalisten bestimmt. Sie definieren sich über ihr Medium, das sie schon seit Jahren bedienen. Sie denken in Radio- und TV-Beiträgen oder in Zeitungstexten. Die Online-Denke fängt bei ihnen an, wenn sie mit ihrer Produktion eigentlich fertig sind.
Das ist nur leider zu spät. Multimedial denken, heißt kreativ zu denken, bevor man überhaupt mit der Recherche und dem Einholen von Material beginnt. Multimediales Storytelling heißt: Man überlegt zunächst, welche Geschichte will ich eigentlich erzählen und überlegt sich dann, mit welchem Format und welchen Medien man diese am besten erzählt.
Story bestimmt das Format
Beim multimedialen Arbeiten bestimmt also die Story das Format, während es bei den klassischen Medien umgekehrt ist. Die Story wird für die entsprechenden Formate passend gemacht.
Der Einsatz von Foto, Video, Text und Audio darf dabei niemals zum Selbstzweck werden (was ja leider bei vielen Multimedia-Produktionen der Fall ist). Multimedia also nur wenn es der Story dient, ansonsten einfach einen Text schreiben! Experimentieren schadet freilich nicht. Ich habe ein paar Beispiele aus vergangenen Seminaren zusammengesucht, die zeigen sollen, was man mit einfachen Mitteln an multimedialen Formaten produzieren kann. Was zählt ist vor allem, eine gute Idee zu haben. Gefragt ist dabei vor allem visuelles Denken.
Technisch hat sich WordPress als CMS für Einsteiger-Multimedia-Seminare bewährt. Es gibt inzwischen eine Reihe schicker Themes und die Eingabe verschiedener multimedialer Elemente ist sehr einfach. Zum Einbinden von Audios klappt mit Soundcloud sehr gut, ansonsten bietet sich Vimeo für Videoformate an.
Die Multimedia-Einsteiger-Seminare liefern häufig erstaunlich kreative Ergebnisse. Natürlich merkt man den Produkten häufig an, dass sie nicht von Vollprofis gemacht worden sind. Die Seminare helfen aber den Teilnehmern zu verstehen, was multimediales Denken bedeutet, wie viel Aufwand in solchen Geschichten steckt und auch wie viel Spaß das alles machen kann.


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Eine sehr nützliche Übersicht. Danke dafür. Thorsten