Wie man im Handumdrehen ein multimedialer Blogger wird


by Marcus Bösch on 26. Mai 2009

Vithaya und Dukpo in Aktion (Foto: Thorsten Karg)

Vithaya und Dukpo in Aktion (Foto: Thorsten Karg)

Ich war gerade eine Woche lang in Macau, um zusammen mit DW-Akademie Trainer Thorsten Karg Journalisten aus Asien eine handvoll Werkzeuge des so genannten Web 2.0 nahezubringen. Eine spannende Aufgabe, denn die Teilnehmer aus Indonesien, den Philippinen, Laos, Bhutan, Vietnam, Bangladesh, Myanmar und den Maledvien hatten ihre Computer bisher meistens ausschließlich benutzt, um damit Word-Dokumente zu bearbeiten, E-Mails zu schreiben und schlichte Google-Anfragen zu starten. Ohne ketzerisch sein zu wollen – damit brachten sie eigentlich genau die Voraussetzungen mit, mit denen auch ein Großteil deutscher Journalisten dienen könnte.

Nach einer Woche Workshop haben die Damen und Herren jeweils ein eigenes Blog, sie haben Videos, Audios, Bilder und Texte erstellt, diese „hochgeladen“ und in ihr Blog „embedded“. Sie nutzen den Social Bookmarking Dienst Delicious, haben von RSS und Feedreadern und Widgets gehört, können Word-Dokumente und PDFs in ihre Blogs einfügen, haben Bilder und Texte auf einer interaktiven Weltkarte positioniert, rechtefreie Bilder im Netz gefunden und bearbeitet.

Kurz: Die Journalisten aus den so genannten Entwicklungs- und Schwellenländern können eigenständig multimedialen Content erstellen und publizieren. Damit können sie mehr als ein Großteil deutscher Journalisten.

Macau Mesh (Screenshot)

Macau Mesh (Screenshot)

Wir haben keine Wunderwerke vollbracht in dieser Woche. Aber um die gängigen Werkzeuge im Web zu verstehen und sie sinnvoll zu nutzen braucht es kein tieferes technisches Verständnis, es braucht keine Programmierkenntnisse und auch sonst nichts. Wer einen Computer bedienen kann und eine E-Mail schreiben kann, wer weiß was Google ist, der kann – zumindest was die technischen Voraussetzungen anbelangt – innerhalb kürzester Zeit multimedialer Content-Manager werden. Ein kleiner multimedialer Mini-Sender. Das ist fundamental neu. Merkwürdig, dass das Interesse bei vielen deutschen Kollegen trotzdem nur bedingt ausgeprägt ist.

Einige Tage reichen, um gängige journalistische Werkzeuge im Web zu verstehen. 
Ergänzend zum Workshop habe ich ein kleines Info-Blog aufgesetzt. Beantworten sollte es folgende Fragen:

1. Was sind Blogs? Und wofür sind sie gut?
2. Was ist „embedden“?
3. Welche Werkzeuge muss ich benutzen?
4. Woher bekomme ich gute Bilder für das Blog?
5. Wie kommt mein Audio in das Blog?
6. Wie macht man eine Slideshow?
7. Wie kommt ein Video in das Blog?
8. Wie erstellt man eine interaktive Karte?
9. Was ist Social Bookmarking?
10. Was ist RSS? Was sind Widgets?

Mindy McAdams (Screenshot)

Mindy McAdams (Screenshot)

Das Web ist voll mit journalistischen Tutorials. Ungeschlagen bis jetzt und sehr empfohlen: Mindy McAdams Reporter’s guide to multimedia proficiency.

Leave a Comment

Previous post:

Next post: