Mobile Reporting 2011

by Marcus Bösch on 15. Februar 2011

Das hier wird kein Blogpost über die revolutionären Kräfte von Twitter, Facebook und dem Internet. Darüber diskutieren gerade ganz andere. Lesetipp via _jk: Sorting through claims about the internet and revolutions. Das Blogposting hier versucht es eine Nummer kleiner, konkreter und praktischer während sich die Einen in Barcelona auf dem Mobile World Congress herumtreiben und die Anderen über ein neues kleines iPhone oder angeblich aufgetauchte Protoypen des iPhone5 spekulieren.

Kurze Erinnerung: Nach Erhebungen der International Telecommuncation Union (ITU) können mittlerweile 90 Prozent der Weltbevölkerung über das Mobilfunknetz erreicht werden. In den Entwicklungsländern sind nun mehr als die Hälfte aller Haushalte mit einem Mobiltelefon ausgestattet, in China und Indien haben 90 Prozent aller Siedlungen im ländlichen Bereich Zugang zum Mobilfunknetz. Natürlich dauert es mit der flächendeckenden Verbreitung von 3G-Netzen noch, aber in vielen Teilen der Welt können sehr viele Menschen inzwischen kostengünstig mit ihrem Mobiltelefon ins Internet. Und es werden mehr.

360 Grad Foto mit iPhone-App Pixeet von Julius Tröger

Es tut sich etwas. Auch in Deutschland. Da mein letztes - semi-depressives – Blogposting zum Thema “Mobile Journalism“ inzwischen älter als 6 Monate ist, hier ein paar aktuelle Links:

Die mobile Berichterstattung zahlreicher Kollegen aus Kairo (Vgl. Egypt Twitter Lists) hat Möglichkeiten, Chancen und Begrenzungen der Arbeit mit Mobiltelefonen aufgezeigt. Vor allem Twitter bot sich offensichtlich wegen der Kürze, Schnelligkeit, Unmittelbarkeit und der ständigen Verfügbarkeit von Mobiltelefonen an. Auch wenn – wie bekannt – nicht immer ein Mobilfunknetz verfügbar war. Lesenswert zu der Thematik ist die Accuracy Checklist for Social Media und Paul Bradshaws sehr empfehlenswerter Artikel: Content, context and code: verifying information online.

Wahrscheinlich haben viele Journalisten im Zuge der Ägypten-Recherche das erste Mal von Audioboo gehört. Der Guardian Journalist Matthew Weaver, der dem Guardian Mitte 2009 Audioboo gezeigt hat, nutzte das Tool um Gespräche mit Korrespondenten und Augenzeugen  am Telefon mitzuschneiden und zu veröffentlichen. Das Cairo-Team von Al Jazeera nutzte Audioboo für kurze Berichte direkt von vor Ort. Sowohl Audioboo, als auch die Souncloud-App für das iPhone bieten mitterlweile die direkte Veröffentlichung von Audios an. Bearbeiten kann man diese zwar nicht mehr, dafür ist der Prozess aber kinderleicht. Noch unklar ist, welcher der beiden Kontrahenten massenkompatibler wird. Vgl. Audioboo gears up to take on SoundCloud in the year of Social Audio. BTW: Die Videostreams mit Mobiltelefonen (bspws. via Bambuser) aus Ägypten waren meistens ziemlich sehr verwackelt und wenig brauchbar, oder hat da jemand andere tolle Beispiele? Hier – so oder so – ein: How to Stream Live Video from Your Cell Phone.

Ansonsten noch vielleicht interessant

AUDIO – Neben Audioboo und Souncloud gibt es mit Monle, VC Audio Pro und Hindenburg (User Guide PDF) noch drei wesentlich umfangreichere Werkzeuge, um auf dem iPhone hochwertige Audioproduktionen anzufertigen. Vgl. Das Studio in der Hosentasche (Monle)

VIDEO – Für den Bereich Video bin ich auf die New York Video School von Michael Rosenblum (Eigenzitat: Rosenblum TV is the world leader in video journalism and the complete rethinking of how television is made and controlled) gestossen. Hier gibt es ein Webinar zum Thema “Filmen mit dem iPhone4“. Mit einem kostenlosen Basic-Account kann man da mal reinschauen. Das komplette Angebot kostet dann aber Geld.

RESSOURCEN – Für weitere allumfassende Infos, empfiehlt sich immer noch die Zusammenstellung: Sources to follow for smartphone news, tips and reviews bei Mojos Unite! Ältere Artikel zum Thema Mobile im lab-Blog gibt es hier.

EIGENWERBUNG – Auf Papier gedruckt  findet sich ein Text von mir zur Thematik im bald erscheinenden Buch “Universalcode. Journalismus im digitalen Zeitalter”, Christian Jakubetz / Ulrike Langer / Ralf Hohlfeld, Sachbuch, 500 Seiten, Paperback. Bestellen und / oder angucken kann man hier. Eine Vorabversion meines Kapitels habe ich bei Scribd hochgeladen. Anmerkungen, Feedback und Ergänzungen wie immer sehr gerne.

Previous post:

Next post: