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	<title>lab</title>
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	<description>Multimedia, Storytelling, Data, Mobile &#38; Newsgames</description>
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		<title>Wie digitale Forensiker Fotomanipulationen aufdecken</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Apr 2013 14:59:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steffen Leidel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>

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		<description><![CDATA[Militärs und Diktatoren haben sich in der Geschichte der Fotomanipulation immer wieder auf unrühmliche Weise hervorgetan. Mal wurden Triumphe nachgestellt, unliebsame Gegner aus dem Bild retouchiert oder man erhöhte mit optischen Tricks die militärische Schlagkraft. Jüngstes Beispiel ist das Foto eines Manövers des nordkoreanischen Militärs. Zu sehen ist die Landung mehrerer Luftkissenboote. Doch offenbar waren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><img class="alignnone size-full wp-image-2714" title="Nordkorea" src="http://training.dw.de/ausbildung/blogs/lab/wp-content/uploads/2013/04/Foto-Nordkorea.jpg" alt="" width="580" height="375" /></p>
<p>Militärs und Diktatoren haben sich in der Geschichte der Fotomanipulation immer wieder auf unrühmliche Weise hervorgetan. Mal wurden Triumphe nachgestellt, unliebsame Gegner aus dem Bild retouchiert oder man erhöhte mit optischen Tricks die militärische Schlagkraft. Jüngstes Beispiel ist das Foto eines Manövers des nordkoreanischen Militärs. Zu sehen ist die Landung mehrerer Luftkissenboote. Doch offenbar waren nicht alle echt, schreibt <a href="http://www.theatlantic.com/infocus/2013/03/is-this-north-korean-hovercraft-landing-photo-faked/100480/" target="_blank">Alan Taylor in The Atlantic</a>. Jemand hat wohl mit dem Kopierstempel-Tool  ihre Anzahl erhöht. Es wäre nicht der erste Fall <a href="http://www.guardian.co.uk/news/blog/2008/jul/10/iranianmissiletestsnotwhat" target="_blank">optischer Aufrüstung</a>.  Ein Foto zu fälschen, ist heute kinderleicht. Auch wenn viele Fake-Fotos eher dilettantisch gemacht sind – wie das Foto aus Nordkorea &#8211; bietet die digitale Fotografie unzählige Tools und Apps, mit denen selbst Amateure mit etwas Geschick beinahe perfekt Fotos manipulieren können. Das stellt gerade Medienorganisationen vor ein Problem, die bei News-Ereignissen immer häufiger auf Bilder zurückgreifen, die über soziale Netzwerke verbreitet werden. Doch auch Profi-Fotografen und Redakteure haben wiederholt der Versuchung nicht widerstehen können, ihre <a href="http://www.poynter.org/latest-news/mediawire/138728/ap-drops-freelance-photographer-who-photoshopped-his-shadow-out-of-image/" target="_blank">Fotos via Photoshop aufzuhübschen</a> oder diese zu retouchieren, wie nach <a href="http://www.capitalnewyork.com/article/media/2013/04/8529102/daily-news-doctored-front-page-photo-boston-bombing" target="_blank">dem Anschlag in Boston. </a></p>
<p><img class="alignright size-thumbnail wp-image-2720" title="Hany Farid" src="http://training.dw.de/ausbildung/blogs/lab/wp-content/uploads/2013/04/HanyFarid-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" />Wie kann sicher gestellt werden, dass ein Foto nicht verfälscht worden ist? Nicht immer reicht ein geschulter Blick. Bei besonders schweren Fällen kommen Leute wie Hany Farid ins Spiel. Er ist ein „Digital image Forensic“ und berät Medienorganisationen wie AP oder Reuters, wenn die die Echtheit von News-Photos überprüfen wollen. Um ihn auszutricksen, müssen sich Fälscher einiges einfallen lassen. Neben seiner Tätigkeit als Professor am Dartmouth College hat er im Silicon Valley das Start-up FourandSix mitbegründet.  Er hat eine in Photoshop integrierbare Software mitentwickelt, die überprüft, ob ein Photo bereits bearbeitet worden ist oder nicht. Das ist technisch hoch anspruchvoll, da unzählige Parameter ausgewertet werden. Einen 100prozentigen Schutz vor Fake-Photos werde es aber nie geben, sagt er im Interview.</p>
<p><strong>Das digitale Zeitalter hat unzählige Möglichkeiten der Bildbearbeitung gebracht. Bildmanipulationen können heute von jedermann gemacht werden. Ist das das Ende des Vertrauens in die News-Fotografie? </strong></p>
<p>Bilder werden schon seit dem 19. Jahrhundert manipuliert. Auf unserer Web-Site finden Sie historische Beispiele dokumentiert in unserem Special  <a href="http://www.fourandsix.com/photo-tampering-history/ " target="_blank">“Photo Tempering throughout History”</a>. Aber Sie weisen zu recht darauf hin, dass heutzutage jeder mit seinem Laptop, Tablet oder Smartphone mit sehr ausgefeilten Werkzeugen Fotos editieren kann. Die Bildbearbeitung hat sich quasi demokratisiert. Ob das das Ende des Vertrauens in Fotos bedeutet, ist eine gute Frage. Es bedeutet auf jeden Fall, dass wir unser Verhältnis zur Fotografie verändern müssen. Bislang haben wir Fotos so verstanden, dass sie Ereignisse aufzeichnen. Auch wenn es Manipulationen schon vorher gab, haben wir Fotos recht wenig Skepsis entgegengebracht. Heute sollten wir skeptischer sein. Wir sollten vor allem einige Fragen stellen. Eine Form, dies zu tun, ist die Arbeit, die wir als Digital Forensics tun. Oder man beschränkt sich nicht auf einzelne Fotos eines Ereignisses. Das Tolle an der Tatsache, dass heute jeder eine Kamera hat, ist ja, das wir bei Breaking News häufig Tausende Fotos eines Ereignisses haben. Ein Weg, wieder mehr Vertrauen aufzubauen, ist, Redundanz im System zu nutzen.</p>
<p><strong>Über ihr Unternehmen <a href="http://www.fourandsix.com/" target="_blank">Fourandsix</a>  vertreiben Sie die Software Fourmatch. Was kann die leisten? </strong></p>
<p>Es handelt sich um eine einfache forensische Technik, die prüft, ob ich es mit einem Foto zu tun habe, das direkt aus der Kamera kommt oder das bereits in irgendeiner Form verändert wurde: Wurde es bereits in eine Photo-Management-Software geladen, über soziale Netzwerke verbreitet oder mit einem Bildbearbeitungs-Programm bearbeitet? Jede Kamera erzeugt immer ein ihr eigenes Jpeg-Profil. Wenn irgendeine Software oder ein Online-Dienst damit in Berührung kommt, dann ändert sich dieses Profil.</p>
<p><strong>Die Software kann also mehr als exif-Daten (Metadaten in digitalen Bildern) auslesen?</strong></p>
<p>Die exif-Datei enthält ein paar Informationen über das Kameramodell, sie sagt zum Beispiel, mit welcher Brennweite das Foto aufgenommen und ob der Blitz ausgelöst wurde. Enthalten sind Uhrzeit und Datum und je nach Modell auch die GPS-Daten. Das Problem mit diesen Daten ist nur, dass sie auch nach einer Bearbeitung sehr einfach dem Bild hinzugefügt werden können. Ich spreche davon, wie eine Jpeg-Datei gespeichert wird. Es geht hier um Hunderte von Voreinstellungen – von Design bis hin zur Kompression &#8211; die von den Entwicklern festgelegt worden sind und die bei jedem Kameramodell anders sind. Das zu beeinflussen, ist für „normale“ Leute kaum möglich.</p>
<p><strong>Inwiefern ist das für Journalisten bei der Überprüfung von Photos nützlich? </strong></p>
<p>Sie können überprüfen, ob ein Bild, das sie von einem Bürgerjournalisten oder Fotografen bekommen haben, direkt aus der Kamera kommt oder nicht. Das ist natürlich ein sehr strenges Kriterium. Es reicht, dass sie ein Bild in iPhoto öffnen und dann exportieren, so dass es seine Charakteristiken als Originalphoto verliert. Das bedeutet ja noch nicht, dass sein Inhalt manipuliert wurde. Sie können bei Bildern den Kontrast oder die Helligkeit verändern, ohne dass der Inhalt sich verändert. Was ich Organisationen wie AP oder Reuters empfehle ist: Lasst Euch von Euren Fotografen auch immer das Originalfoto schicken. Das kann man mit dem bearbeiteten Foto vergleichen und selber entscheiden: Ist es korrekt beschnitten, sind die Farb- oder Kontrastanpassungen im Rahmen.  Wenn die Leute wissen, dass sie das Originalfoto mitschicken müssen, werden sie sich bei der Bearbeitung zurückhalten.</p>
<p><strong>Aber wo würden Sie die Grenze zur unerlaubten Bildbearbeitung ziehen. Es gab jüngst um den Gewinner des Worldpress Photo Awards eine <a href="http://imageandview.com/photos/2013-wpphoto-fakten-fiktion/" target="_blank">Diskussion</a>, ob das Photo zu stark bearbeitet war? </strong></p>
<p><a href="http://www.worldpressphoto.org/awards/2013/spot-news/paul-hansen"><img class="size-medium wp-image-2715 alignleft" title="worldpressphoto 2013" src="http://training.dw.de/ausbildung/blogs/lab/wp-content/uploads/2013/04/worldpressphoto-300x230.gif" alt="" width="300" height="230" /></a>Was ist eine Manipulation? Das ist eine interessante Frage. Wenn sie etwas aus einem Foto heraus retouchieren oder eine Person oder Objekt hinzufügen, ist das eine klare Manipulation. Aber man muss da differenzieren. Es kommt auf den Kontext an. Wenn sie für ein Modemagazin arbeiten und auf einem Bild etwas im Hintergrund stört, können sie das entfernen, ohne dass sich jemand darüber beklagen wird. Nehmen wir ein anderes Beispiel. Vor einigen Jahren veröffentlichte das Time Magazine auf der <a href="http://www.businessinsider.com/here-are-9-of-time-magazines-most-controversial-covers-2012-5?op=1" target="_blank">Titelseite ein Foto von OJ Simpson</a>, als dieser wegen Mordes angeklagt war. Der Kontrast war stark erhöht, was zur Folge hatte, dass OJ Simpson besonders dunkel und ernst rüber kam. Das brachte dem Magazin den Vorwurf des Rassismus ein.</p>
<p><img class="alignright size-medium wp-image-2716" title="TimeMagazine 1996 OJSimpson" src="http://training.dw.de/ausbildung/blogs/lab/wp-content/uploads/2013/04/TimeMagazineOJSimpson-227x300.jpg" alt="" width="227" height="300" />Dieses Beispiel zeigt, dass eine simple Bildbearbeitung wie das Anheben des Kontrastes in einem bestimmten Kontext von enormer Bedeutung sein kann. Das Gleiche gilt für die Kriegsfotografie. Sie müssen nur den Kontrast von Rauch und Feuer anheben, um eine Situation gleich viel bedrohlicher erscheinen zu lassen. In anderen Fällen hat die Kontrastanpassung keine Bedeutung für die Bildaussage. Die Entscheidung, ob eine Bearbeitung angemessen ist oder nicht, ist eine sehr komplexe Angelegenheit. Der Kontext entscheidet.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Die New York Times hat kürzlich auf ihrer <a href="http://www.poynter.org/latest-news/mediawire/208926/nyts-front-page-instagram-maybe-not-the-end-of-photography/ " target="_blank">Titelseite ein Instagram-Foto</a> veröffentlicht. </strong><strong>Und es gab mehrere Reportagen mit Bildern, die mit der <a href="http://lens.blogs.nytimes.com/2010/11/21/finding-the-right-tool-to-tell-a-war-story/" target="_blank">Hipstamtic-App</a> aufgenommen wurden. Manche sagen, das sei kein wahrhaftiger Fotojournalismus..<br />
</strong></p>
<p>Wie gesagt: Der Kontext entscheidet. Tatsache ist, dass die Möglichkeiten, was diese Apps mit Bildern anstellen können, ziemlich beschränkt sind. Insofern sind Instagram und Hipstamatic qualitativ gesehen auch nicht viel anders als eine Kamera. Eine Kamera nimmt Ereignisse der physischen Welt ja auch nicht perfekt auf. Es handelt sich immer um Transformationen der Realität. Sie schärfen das Bild, passen den Kontrast an, etc. Kameras nehmen eine ganze Reihe von digitalen Anpassungen an einem Bild vor. In vielen Fällen sind die nicht ganz so extrem wie bei Instagram oder Hipstamatic. Es ist also eine Frage des Ausmaßes und nicht eine Frage nach ja oder nein.</p>
<p><strong><img class="alignleft size-medium wp-image-2717" title="NYT" src="http://training.dw.de/ausbildung/blogs/lab/wp-content/uploads/2013/04/NYT-300x263.jpg" alt="" width="300" height="263" />Die Nachrichtenagentur AP hat als Regel: Keine Filter. Ist das eine mögliche Lösung für den Umgang mit solchen Apps? </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das ist sicher eine durchdachte Richtlinie. Was wir beobachten können, ist, dass viele der ausgefeilten Bildbearbeitungstechniken aus Photoshop sich zunehmend in Foto-Apps wiederfinden. Das wird irgendwann vielleicht auch vollautomatisch ausgeführt. Das führt zu einer anderen Frage: Was heißt es überhaupt, ein Foto zu machen? Auf Smartphones können sie mehrere Fotos aufnehmen und die dann automatisch zu einem Panoramabild zusammenfügen. Das ist ein Bild, das die Kamera für sie macht. Nicht sie haben das Bild gemacht. Das ist zwar nur eine leichte Manipulation, aber es ist eine. Die Dinge sind kompliziert. Sie können sagen: Keine Filter. Das ist ok, andererseits müssen wir auch ein bisschen unserer Zeit voraus denken.<strong></strong></p>
<p><strong>Gibt es die perfekte Manipulation, die auch sie nicht aufdecken können? </strong></p>
<p><a href="http://www.theonion.com/articles/shirtless-biden-washes-trans-am-in-white-house-dri,2718/"><img class="alignright size-medium wp-image-2725" title="JoeBiden" src="http://training.dw.de/ausbildung/blogs/lab/wp-content/uploads/2013/04/JoeBiden-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a>Ja, aber ich werde ihnen nicht verraten, wie das geht. Eine Fälschung, die ziemlich gut gemacht war, ist ein Foto von <a href=" http://www.guardian.co.uk/books/2013/jan/25/joe-biden-the-onion-ebook-politics" target="_blank">US-Vizepräsident Joe Biden beim Autowaschen</a>. Die war unglaublich gut, aber wir konnten Ungereimtheiten in den Weißtönen entdecken. Unsere Technologie kann sicher nicht jede Manipulation auf dieser Welt aufdecken. Das verhält sich ein wenig so wie beiden Themen Spam und Antispam, Virus und Antivirus. Es wird immer jemanden geben – und da zähle ich mich dazu – der in der Lage ist, Fakes zu kreieren, die so gut wie nicht aufzudecken sind. Das liegt in der Natur des Geschäftes, in dem wir tätig sind.</p>
<p><a href="http://www.cs.dartmouth.edu/farid/Hany_Farid/Home.html" target="_blank">Hany Farids Profilseite beim Dartmouth College </a></p>
<p><a href="http://www.fourandsix.com/blog/" target="_blank">Sehr zu empfehlen ist das Blog von Hany Farid und seinen Kollegen über Photomanipulationen  </a></p>
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		<title>Wissenschaft entdeckt Datenjournalismus</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Jan 2013 11:10:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steffen Leidel</dc:creator>
				<category><![CDATA[ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Datenjournalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Sozialwissenschaften können vom Datenjournalismus profitieren und umkehrt. Davon ist man am Institut für Politikwissenschaften der Universität Zürich überzeugt. Ab Herbst 2013 können Studierende im Masterstudiengang Politikwissenschaft den Studienschwerpunkt Datenjournalismus wählen. Institutsleiter Fabrizio Gilardi glaubt, dass die Absolventen dadurch nicht nur besser für eine journalistische Karriere qualifiziert werden. Er hofft außerdem, dass künftig auch die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><img class="alignnone size-full wp-image-2706" title="Graphic by Mirko Lorenz" src="http://training.dw.de/ausbildung/blogs/lab/wp-content/uploads/2013/01/Data_driven_journalism_process.jpg" alt="" width="640" height="465" /></p>
<p>Die Sozialwissenschaften können vom Datenjournalismus profitieren und umkehrt. Davon ist man am Institut für Politikwissenschaften der Universität Zürich überzeugt. Ab Herbst 2013 können Studierende im Masterstudiengang Politikwissenschaft den <a href="http://www.ipz.uzh.ch/studium/MA/tracks/dj.html" target="_blank">Studienschwerpunkt Datenjournalismus</a> wählen. Institutsleiter <a href="http://www.ipz.uzh.ch/institut/mitarbeitende/staff/gilardi.html" target="_blank">Fabrizio Gilardi</a> glaubt, dass die Absolventen dadurch nicht nur besser für eine journalistische Karriere qualifiziert werden. Er hofft außerdem, dass künftig auch die Wissenschaft datenjournalistische Techniken nutzt, um Forschungsergebnisse attraktiver zu präsentieren.</p>
<p><strong>Herr Gilardi, warum starten Sie den Studienschwerpunkt Datenjournalismus?</strong></p>
<p>Das Studium der Politikwissenschaften vermittelt Kenntnisse, die nicht so weit weg sind vom Datenjournalismus. Unsere Studierenden lernen ohnehin, wie sie Daten analysieren und auswerten können. Viele dieser Methoden sind auch im Datenjournalismus anwendbar. Andererseits gibt es im Datenjournalismus neue Techniken wie Web-Scraping, Data-Mining oder die Datenvisualisierung, die von den Sozialwissenschaften bislang noch nicht abgedeckt wurden. Insofern glauben wir, dass Datenjournalismus hier einen Mehrwert bieten kann.</p>
<p><strong>Können auch Journalisten, die datenjournalistisch arbeiten, von den Sozialwissenschaften profitieren? </strong></p>
<p><strong></strong>Auf jeden Fall! Es gibt bei uns ja ein großes Fachwissen zu politikwissenschaftlichen Theorien. Das ist etwas, was man im politischen Datenjournalismus braucht. Die sozialwissenschaftliche Seite ist dort aber nicht immer vertreten. Unsere Stärke als Sozialwissenschaftler liegt auch in der Vermittlung von Analysetechniken. Also immer wenn es darum geht, in den Daten komplexe Zusammenhänge zu erkennen. Im Journalismus werden Informationen aber oft rein deskriptiv dargestellt. Häufig werden die Befunde der Sozialwissenschaften dabei leider nicht genügend berücksichtigt.</p>
<p><strong>Wie kann das besser werden? </strong></p>
<p>Wir Wissenschaftler sind daran zum Teil auch selbst Schuld. Wir kommunizieren unsere Forschungsergebnisse oft einfach nicht attraktiv genug. Hier können wir Wissenschaftler vom Datenjournalismus profitieren. Er hilft uns, unsere Forschung besser zu kommunizieren, schmackhafter zu machen. Dieser Studienschwerpunkt ist die Gelegenheit, Wissenschaft und Journalismus zusammenzubringen. Wir haben alle etwas zu gewinnen.</p>
<p><strong>Ist das der erste Studienschwerpunkt zu Datenjournalismus? </strong></p>
<p>Es gibt Journalismusstudiengänge, die das Thema Datenjournalismus behandeln. Meines Wissens sind wir aber international der erste politikwissenschaftliche Studiengang, der Datenjournalismus als Studienschwerpunkt anbietet.</p>
<p><strong>Gibt es praktische Anteile?</strong></p>
<p>Ja, die Studierenden sollen in mehreren Forschungsarbeiten die Kenntnisse auch praktisch anwenden. Außerdem werden sie in mehreren Medien Praktika absolvieren können.</p>
<p><em><img class="alignleft size-full wp-image-2705" title="Fabrizio Gilardi" src="http://training.dw.de/ausbildung/blogs/lab/wp-content/uploads/2013/01/FabrizioGilardi.jpg" alt="" width="139" height="135" />Fabrizio Gilardi ist seit August 2008 Professor für Policy-Analyse am Institut für Politikwissenschaft der Universität Zürich</em></p>
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		</item>
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		<title>Warum wir 2013 über Newsgames reden werden</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Dec 2012 07:58:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus Bösch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Experimente]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Multimedia]]></category>
		<category><![CDATA[Newsgames]]></category>

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		<description><![CDATA[News + Games = Newsgames. Über Hochkultur, Zyklen, Frustration und den Pfad der medialen Evolution. Mit 18 Jahren Spiegel Online, Automated Journalism, Text basierten Spielen und Leos Carrax im Game-O-Mat.  Computerspiele sind erwachsen geworden. Sie erzählen komplexe Geschichten und gehören in den Kanon der Hochkultur. So beginnt der aktuelle Aufmacherartikel über das &#8220;Kulturgut Games&#8221; im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><img class="aligncenter size-full wp-image-2675" title="Screenshot: http://www.wired.co.uk/news/archive/2012-12/07/gamify-today?utm_source=dlvr.it&amp;utm_medium=twitter" src="http://training.dw.de/ausbildung/blogs/lab/wp-content/uploads/2012/12/screenshot_HQ.png" alt="" width="710" height="473" /></p>
<p><em>News + Games = Newsgames. Über Hochkultur, Zyklen, Frustration und den Pfad der medialen Evolution. Mit 18 Jahren Spiegel Online, Automated Journalism, Text basierten Spielen und Leos Carrax im Game-O-Mat. </em></p>
<p>Computerspiele sind erwachsen geworden. Sie erzählen komplexe Geschichten und gehören in den Kanon der Hochkultur. So beginnt der aktuelle Aufmacherartikel über das &#8220;Kulturgut Games&#8221; im Ressort Digital auf <a href="http://www.zeit.de/digital/index" target="_blank">Zeit Online</a>. Ein guter Anlass aktuelle Entwicklungen im Bereich Newsgames zu rekapitulieren, um das Thema schon mal auf die Agenda 2013 zu hieven.</p>
<p>Ich hab <a href="http://training.dw.de/ausbildung/blogs/lab/?p=1403" target="_blank">hier</a> im Sommer 2010 das erste Mal über Newsgames geschrieben. Ian Bogost, einer der wichtigsten Vor- und Weiterdenker im Bereich Videospiele, saß damals an der ersten umfassenden Monographie zum Thema: <a href="http://mitpress.mit.edu/books/newsgames" target="_blank">Newsgames. Journalism at Play</a>. Seitdem wurde die Kombination von Journalismus und digitalem Spiel von weltweit zerstreuten Game Designern, Journalisten, Enthusiasten, einigen Entscheidern und Akademikern angefasst, befingert, begutachtet, herumgewirbelt und sehr oft wieder weggelegt, abgestempelt, fallen gelassen oder vertagt. Mal wieder!</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-2682 aligncenter" title="Screenshot: Madrid, Gonzalo Frasca" src="http://training.dw.de/ausbildung/blogs/lab/wp-content/uploads/2012/12/neu.png" alt="" width="710" height="367" /></p>
<p>Seit der Game Designer und Gelehrte <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Gonzalo_Frasca" target="_blank">Gonzalo Frasca</a> Anfang der 2000er theoretisch und ganz praktisch den Begriff Newsgames als „videogames based on news events“ definiert und ausprobiert hat, zieht das Thema im Internet seine Kreise und wird immer wieder neu entdeckt, neu ausprobiert und dann etwas vorschnell von einigen für tot erklärt.</p>
<p>Zum Beispiel von Nora Pauls, Direktorin des Institute for Media Studies an der University of Minnesota 2008, nachdem sie 2007 Geld von der Knight Foundation bekommen hatte, um ein „toolset for news simulation games“ zu entwerfen. Ihr Fazit: <a href="http://www.newsgaming.de/2010/11/you-just-can%C2%B4t-win-with-that-newsgame-stuff/" target="_blank">You just can´t win with that newsgame stuff</a>.  Was die Knight Foundation allerdings nicht davon abhielt jüngst ein weiteres ambitioniertes Forschungsprojekt (<a href="http://game-o-matic.com/about-us" target="_blank">Game-O-Matic</a>) zum Thema Newsgames zu finanzieren, aber dazu gleich mehr.</p>
<p>Das Fazit, dass Bogost im Buch vor zwei Jahren zog, klang bitter: „Rarely do news organizations inspire and reward new approaches that haven´t been beaten into the ground by creators outside the newsroom.“ Das behauptete er nicht einfach, sondern berichtete stattdessen über die zermürbende Zusammenarbeit seines Game Studios <a href="http://www.persuasivegames.com/" target="_blank">Persuasive Games</a> mit der New York Times. Die Times hatte Bogost und sein Team 2007 eingekauft, um ein halbes Jahr lang jeden Monat ein so genanntes Editorial Game anzufertigen. Die Zusammenarbeit wurde nach dem zweiten Spiel abgebrochen, so Bogost. Es wurde zwar weiter gezahlt, aber kein Spiel mehr veröffentlicht.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-2685" title="Screnshot: Everday the same dream. Pedercini" src="http://training.dw.de/ausbildung/blogs/lab/wp-content/uploads/2012/12/job.png" alt="" width="710" height="321" /></p>
<p>Dazu passt ganz gut ein aktueller Satz von Wolfgang Blau, dem Noch-Chefredakteur von Zeit Online: „Ich habe unterschätzt, wie schwierig es für Zeitungsredakteure ist, ihre einmal erlernte berufliche Identität zu hinterfragen und sich auf das Netz wirklich einzulassen.“ Und genau hier sehe ich aktuell einen Angriffspunkt.</p>
<p>Jetzt &#8211; da das Zeitungssterben nicht mehr nur abstrakt jenseits des Atlantiks stattfindet und Tablet-Lösungen wie The Daily ganz offensichtlich auch keinen einfachen und schnellen (Monetarisierungs-)Ausweg bieten &#8211; dringt langsam das Ausmaß des Umbruchs durch.</p>
<p>Während Themen wie <a href="http://knightlab.northwestern.edu/site/2012/12/06/automated-journalism-prototypes/" target="_blank">Automated Journalism</a> oder die unter dem schiefen Schlagwort <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/silicon-demokratie/roboterjournalismus-texte-in-null-komma-nichts-11705776.html" target="_blank">Roboterjournalismus</a> diskutierten Entwicklungen in Deutschland eher passiv ängstlich begutachtet werden, sind die <a href="http://www.datenjournalist.de/datenjournalismus-unterrichten/" target="_blank">Datenjournalismuskurse</a>  im Land offenbar schon mal prall gefüllt. Wer hätte das vor fünf Jahren prognostizieren wollen?! Und wie toll und futuristisch sieht eigentlich <a href="http://www.journalism.co.uk/news/how-the-boston-globe-s-instagram-wall-feeds-its-journalism/s2/a551176/" target="_blank">Snap</a>, die Instagram-Wand des Boston Globe aus?!</p>
<p>18 Jahre nach dem Spiegel Online als erstes Nachrichtenmagazin weltweit online ging, kommen traditionelle Medienmarken ganz langsam wirklich im Netz an. Und das heißt: Es werden nicht länger nur bereits eh bekannte tradierte mediale Angebote in Text, Ton, Bild und Video geboten, sondern es entwickelt sich etwas eigens, originäres. Etwas was datenbasiert und interaktiv ist. Gut so. Schließlich halten wir hier alle Ein- und Ausgabegeräte in den Händen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-2689" title="Screenshot Huffington Post" src="http://training.dw.de/ausbildung/blogs/lab/wp-content/uploads/2012/12/new.png" alt="" width="710" height="446" /></p>
<p>Und damit zurück zum digitalen Spiel. Das gibt es zwar länger als Journalismus im Internet, aber auch hier befinden wir uns erst relativ am Anfang einer kulturellen Entwicklung. Der Game Designer Paolo Pedercini formuliert das in einem sehr lesenswerten aktuellen <a href="http://www.newstatesman.com/helen-lewis/2012/12/how-text-based-war-games-are-challenging-representations-conflict" target="_blank">Artikel</a> so: „We are still stuck in the meta-genres defined by two of the earliest games: <em>Spacewar! </em>and <em>Zork.“ </em></p>
<p>Den aktuellen Aufhänger diesen endlosen Text hier zu verfassen, liefert übrigens mal wieder das Magazin Wired. Die amerikanische Ausgabe hatte 2009 mit <a href="http://www.wired.com/special_multimedia/2009/cutthroatCapitalismTheGame" target="_blank">Cutthroat Capitalism</a>  so etwas wie eine Blaupause für das Newsgame-Genre erstellt. Sehr lesenswert dazu übrigens ein Eintrag des Brainy Gamers: <a href="http://www.brainygamer.com/the_brainy_gamer/2011/02/newsgames.html" target="_blank">Putting a newsgame to the test</a>.</p>
<p>Im November 2012 hat die britische Ausgabe des Magazins zusammen mit der „<a href="http://gamethenews.net/index.php/about/" target="_blank">Game The News</a>“ betitelten Truppe des Video Games Development Studios <a href="http://aurochdigital.com/" target="_blank">Auroch Digital Ltd.</a> vier Stories flankierende kleine Newsgames produziert. Über Sinn und Unsinn der jeweiligen Games kann man sicherlich diskutieren. Überraschend gut gefallen hat mir ein Spiel, dass Game The News kürzlich für die Huffington Post angefertigt haben.</p>
<p><a href="http://www.huffingtonpost.co.uk/tomas-rawlings/obama-romney-moral-kombat-the-obama-vs_b_1981614.html" target="_blank">Moral Kombat</a> gelingt es mit einer sehr einfachen Game Mechanik eine einfache abr interessante Erfahrung zu generieren. Wem das nicht ausreicht, dem empfehle ich das immer noch sehr interessante <a href="http://www.newsgaming.de/2011/09/how-to-kill-the-tyrant/" target="_blank">Syrian Revolt Mini Game</a>.</p>
<p><a href="http://www.marcus-boesch.de/post/30442416191/heute-via-benjamin-gesehen-dass-das-automatische"><img class="aligncenter size-full wp-image-2679" title="Play Leos Carrax" src="http://training.dw.de/ausbildung/blogs/lab/wp-content/uploads/2012/12/aaa.png" alt="" width="710" height="425" /></a><br />
Abschließend zum oben bereits erwähnten rudimentären Newsgame-Tool <a href="http://game-o-matic.com/" target="_blank">Game-o-Matic</a>. Alles noch vollkommen unausgereift und doch kann, wer will, hier einen gangbaren Weg sehen, um in Zukunft Newsgames schnell und teil-automatisiert anzufertigen. <a href="http://www.marcus-boesch.de/post/30442416191/heute-via-benjamin-gesehen-dass-das-automatische" target="_blank">Ausprobiert</a> habe ich das kürzlich anhand eines Artikels mit einem Pro und Contra zum aktuellen Film des Regisseurs Leos Carrax. Sehr einfach und rudimentär. Zugegeben. Aber so sahen die allerersten TV-Sendungen auch aus&#8230;</p>
<p>Wer sonst noch Inspiration, An- oder Aufregung braucht, dem seien auf die Schnelle empfohlen: Das verzweigte <a href="http://www.edweb.net/gaming" target="_blank">Netzwerk</a> zum Thema Game Based Learning. Die umfangreiche <a href="http://www.gamesforchange.org/" target="_blank">Games for Change</a> Seite. Und diese <a href="http://www.bayreporta.com/2012/08/13/journalism-and-gaming-a-growing-list-of-projects/" target="_blank">Auflistung</a> von Newsgames. Und ja, die Thematik Games in einem wie auch immer gearteten Kontext &#8220;Serious&#8221;wird breit und kreuz und quer diskutiert. Das Thema Newsgames ist nur ein sehr kleiner Aspekt in einem wabernden sich fortlaufend weiterentwickelnden Großen und Ganzen.</p>
<p><em>{Disclaimer: Zusammen mit Linda Kruse gründe ich gerade ein kleines Game Studio, das 2013 Serious Games und hoffentlich auch das ein oder andere Newsgame produzieren wird}</p>
<p></em><strong>Update 2103</strong></p>
<p>Schöner Text zum Thema bei Zeit Online: <a href="http://www.zeit.de/digital/games/2013-01/endgame-syria-newsgames-spiele-krieg" target="_blank">Der Bürgerkrieg zum Selberklicken</a><strong></p>
<p></strong><em><br />
</em></p>
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		<title>Datawrapper – Datenjournalismus schnell und leicht gemacht</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Nov 2012 10:59:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steffen Leidel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Über statistische Daten schreiben Journalisten nahezu täglich. Daten visualisieren sie jedoch eher selten. Inzwischen boomen Tools und Apps mit denen man ohne Programmkenntnisse Infografiken und Datenvisualisierungen erstellen kann. Doch nicht immer genügen diese Werkzeuge professionellen journalistischen Ansprüchen. Im Gegensatz dazu soll der Datawrapper stehen. „Er ist ein Einstiegstool in den Datenjournalismus“, sagt Mirko Lorenz, Journalist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><strong></strong><img class="alignnone size-full wp-image-2661" title="datawrapper" src="http://training.dw.de/ausbildung/blogs/lab/wp-content/uploads/2012/11/datawrapper1.gif" alt="" width="700" height="450" /></p>
<p>Über statistische Daten schreiben Journalisten nahezu täglich. Daten visualisieren sie jedoch eher selten. Inzwischen boomen Tools und Apps mit denen man ohne Programmkenntnisse Infografiken und Datenvisualisierungen erstellen kann. Doch nicht immer genügen diese Werkzeuge professionellen journalistischen Ansprüchen. Im Gegensatz dazu soll der <a href="http://www.datawrapper.de " target="_blank">Datawrapper</a> stehen. „Er ist ein Einstiegstool in den Datenjournalismus“, sagt <a href="http://www.mirkolorenz.com " target="_blank">Mirko Lorenz,</a> Journalist und Trainer für Datenjournalismus, der im Innovationsteam der Abteilung Neue Medien der Deutschen Welle arbeitet . Er hatte die Idee zu dem Tool, das er zusammen mit zwei Programmierern entwickelt hat.</p>
<p>„Wir wollen keine Show-Effekt-Charts, uns geht es um die korrekte Darstellung von Diagrammen“, sagt Lorenz. Der Datawrapper ist Open Source und kann kostenlos genutzt werden. Redaktionen auf der ganzen Welt haben mit dem Tool bereits experimentiert, darunter der Guardian Data Blog (Beispiel <a href=" http://www.guardian.co.uk/news/datablog/2012/oct/23/presidential-debates-charts-datasets-10" target="_blank">hier</a>), Le Monde, die <a href="http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/specials/infografiken/" target="_blank">Ruhrnachrichten aus Dortmund </a> und die Deutsche Welle. Der Datawrapper ist auf Deutsch, Englisch und Französisch verfügbar.</p>
<p>Im Interview erklärt Mirko Lorenz, was man unter „korrekter“ Darstellung von Daten versteht und was die Vorteile des Datawrapper sind.</p>
<p><strong>Wie kamt Ihr auf die Idee, den Datawrapper zu entwickeln? </strong></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-2668" title="Mirko Lorenz" src="http://training.dw.de/ausbildung/blogs/lab/wp-content/uploads/2012/11/MirkoLorenz.jpg" alt="" width="150" height="150" />Zunächst einmal glaube ich daran, dass datenunterstütztes Reporting im journalistischen Handwerk immer wichtiger wird. Die Untersuchung verfügbarer Zahlen erhöht die Glaubwürdigkeit, liefert Kontext, beantwortet im besten Fall die Fragen der Leser und Nutzer.</p>
<p>Der Datawrapper ist ein Einstiegstool in den Datenjournalismus. Er bietet Journalisten einen sehr simplen Weg, um im hektischen Redaktionsalltag korrekte Diagramme zu erstellen. Wir haben uns vorher viele Tools angeschaut. <a href="http://www-958.ibm.com/software/data/cognos/manyeyes/" target="_blank">Many Eyes </a>von IBM  zum Beispiel  verfolgt einen sehr interessanten Ansatz, doch das Projekt wird leider nicht weiterentwickelt. Andere Angebote wie <a href="http://visual.ly/ " target="_blank">visual.ly</a>  sehe ich eher kritisch. Hier werden Daten mit Show-Effekten dargestellt, der Erkenntnisgewinn ist oft gering. Davon wollen wir uns abgrenzen. Wir haben Anfang November eine neue Version des Datawrapper vorgestellt, die zwar nur eine begrenzte Auswahl von Diagrammen bietet, aber professionellen Ansprüchen genügt.</p>
<p><strong>Du hast gesagt, es gehe darum, Diagramme „korrekt“ darzustellen. Was soll das genau heißen? </strong></p>
<p>Im Journalismus findet man ja leider immer wieder eine Menge von Negativbeispielen. Wenn der Artikel schon geschrieben ist und kein Bild da ist, beginnt oft die Suche nach Zahlen. Diagramme sind dann nicht mehr als ein Schmuckelement, das eigentliche Potential wird verschenkt. Die Botschaft wird leicht missverstanden und &#8211; oft genug &#8211; stimmt das gar nicht, was da mit Zahlen behauptet wird.</p>
<p>Man kann mit Diagrammen vieles klarer darstellen, aber auch verfälschen. Nehmen wir ein einfaches Liniendiagramm. Stellt man die Zeitachse gequetscht dar, lässt sich jeder noch so kleine Anstieg an der Börse als Aktienboom darstellen. Oder: Man lässt bei Säulen mal eben die Nulllinie weg und stellt ganz andere Zusammenhänge dar.</p>
<p>Es gibt einfach Regeln für gute Visualisierungen, die sollten Journalisten kennen und beachten. Das beste Buch zum Thema ist von Donna M. Wong, <a href="http://flowingdata.com/2010/02/18/review-the-wall-street-journal-guide-to-information-graphics/" target="_blank">&#8220;The Wallstreet Journal Guide to Information Graphics&#8221;</a> (Auf Deutsch: „Die perfekte Infografik“). Ein Fehler, der zum Beispiel immer wieder gemacht wird, ist, dass Tortendiagramme zu viele Tortenstücke enthalten. Ihre Zahl sollte nicht höher als fünf sein, nach Beispielen mit mehr als 20 Stücken muss man aber nicht lange suchen. Das ist oft gut gemeint, aber schlecht gemacht. Die Visualisierungs-Spezialisten machen schon Witze über das &#8220;Pie Chart&#8221;. Solche Fehler wollen wir mit dem Datawrapper verhindern und zugleich den Nutzer unterstützen.</p>
<p><strong>Diese Regeln könnte man ja beherzigen, wenn man andere Visualisierungstools benutzt. Was kann der Datawrapper, was man mit anderen Tools nicht kann? </strong></p>
<p>Mag sein, aber mit deutlich höherem Zeitaufwand. Gerade Journalisten wollen nicht stundenlang basteln und Farben korrigieren. Der Datawrapper ist für Redaktionen gemacht und wurde durch die Unterstützung des <a href="http://www.abzv.de" target="_blank">ABZV (Bildungswerk der Zeitungen)</a> überhaupt erst möglich. Daher ist die Nutzung kostenfrei, Redaktionen können die Online-Version mit einem eigenen Layout nutzen oder das Werkzeug auf einem eigenen Server installieren. Im Prinzip kann eine ganze Datenredaktion rund um das Werkzeug aufgebaut werden, dabei wollen wir unterstützen. Wir wollen die Medienmarken stärken, nicht unsere. Das Datawrapper-Logo zum Beispiel kann und soll bei intensiver Nutzung gern entfallen. Wir wollen, dass Journalisten Zahlen nutzen, um die Welt da draußen ein bisschen besser zu erklären.</p>
<p><em>In drei Schritten zum Tortendiagramm</em></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2663" title="datawrapper" src="http://training.dw.de/ausbildung/blogs/lab/wp-content/uploads/2012/11/datawrapper.gif" alt="" width="700" height="350" /></p>
<p>Das können sie mit anderen Tools wie Google oder <a href="http://visual.ly/" target="_blank">visual.ly</a> nicht. Dort werden die Daten immer in irgendeiner Cloud abgelegt, die ihnen nicht gehört. Gerade bei investigativ aufgestellten Redaktionen gibt es oft Vorbehalte, Daten in der Recherchephase bei Google oder anderen externen Anbietern abzulegen. Außerdem kann der Datawrapper auch in seiner Gestaltung an das entsprechende Medium angepasst werden.</p>
<p><strong>Welche Diagramme kann man erstellen? </strong></p>
<p>Es gibt derzeit vier Grundformen: Säulen, Balken, Linien- und Tortendiagramme. Beim so genannten Donut-Chart kann man die Gesamtmenge in die Mitte eines Tortendiagramms schreiben. Um sie zu erstellen, genügt es, eine Tabelle anzulegen und beim Datawrapper hochzuladen. Das ganze lässt sich dann via Embed-Code einbinden.</p>
<p><strong>Was ist als nächstes geplant? </strong></p>
<p>Auf der Coding-Seite wird der Datawrapper vor allem von <a href="https://twitter.com/driven_by_data " target="_blank">Gregor Aisch</a> weiterentwickelt. Er hat die  <a href="http://kartograph.org/" target="_blank">Kartenvisualisierungs-Library  Kartograph.org</a> entwickelt, die Redaktionen ein Stück weit unabhängig macht von Google Maps.</p>
<p>In einem späteren Schritt wollen wir komplexere Charts entwickeln, die auch fürs Auge gefälliger sind. Zum Beispiel: interaktive Tree-Maps, mit denen man beispielsweise Staatsbudgets darstellen kann.</p>
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		<title>Nachrichtenagentur AP &#8220;ohne Filter&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Oct 2012 15:35:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steffen Leidel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Multimedia]]></category>

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		<description><![CDATA[Charles Dharapak ist zurzeit viel unterwegs und hat bei seiner Arbeit oft keine Hand mehr frei. In der linken Hand hält er ein iPhone4s in der rechten seine Spiegelreflexkamera. Fotos mache er oft mit beiden Geräten gleichzeitig, sagt er. Der Fotograf der Nachrichtenagentur AP begleitet den Tross von US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney. Die Smartphone-Fotografie macht nun [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><img class="alignnone  wp-image-2641" title="aponthetrail" src="http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/wp-content/uploads/2012/10/ap-instagram.jpg" alt="" width="679" height="474" /></p>
<p><a href="https://twitter.com/charlesdharapak" target="_blank">Charles Dharapak</a> ist zurzeit viel unterwegs und hat bei seiner Arbeit oft keine Hand mehr frei. In der linken Hand hält er ein iPhone4s in der rechten seine Spiegelreflexkamera. Fotos mache er oft mit beiden Geräten gleichzeitig, sagt er. Der Fotograf der Nachrichtenagentur AP begleitet den Tross von US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney.</p>
<p>Die Smartphone-Fotografie macht nun auch nicht mehr vor der Fotoagentur halt, die die meisten <a href="http://www.ap.org/company/pulitzers" target="_blank">Pulitzer-Preise für Fotografie </a>eingeheimst hat. <a href="http://www.cjr.org/campaign_desk/instagram_on_the_trail.php?page=all" target="_blank">Ein Dutzend Fotografen der Agentur </a>berichten im offiziellen Auftrag via iPhone und der Foto-App Instagram über den US-Wahlkampf. Mehr als 800 Fotos hat Charles bei Instagram schon hochgeladen, über 14.000 User folgen ihm. &#8220;Cutting room floor material&#8221; nennt Charles das, was er da produziert. Es seien gerade die technischen Grenzen des iPhones, die ihm dabei Spaß machen, schreibt er mir. „Das Ergebnis ist immer unberechenbar.“</p>
<div id="attachment_2642" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px">
	<img class="size-medium wp-image-2642" title="Charles Dharapak" src="http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/wp-content/uploads/2012/10/photo-3-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" />
	<p class="wp-caption-text">Foto: Justin Sullivan</p>
</div>
<p>Charles Bilder und die der anderen Ap-Fotografen findet man auf Instagram und Twitter über den hashtag <a href="http://web.stagram.com/tag/aponthetrail/" target="_blank">#aponthetrail</a>. Die Bilder zeigen das, was es sonst nie in die Nachrichtenkanäle schafft. Festgehalten werden ungeschminkte Szenen eines durch und durch inzenierten Wahlkampfes. Häufig ist es eine Art Selbstbetrachtung. Abgebildet werden die Journalistenkollegen am Rande einer Wahlkampfrede oder einer Pressekonferenz, im Auto, beim Telefonieren, im Hotel. Meistens warten sie auf irgendwas, meist auf den Kandidaten Romney. Fotografisch sind die Bilder nicht herausragend, manche unscharf und verwackelt. Sie sind vor allem nah dran an der Medienmeute.</p>
<p>Charles fotografiert auch schon mal die Kameraausrüstung der Kollegen, seinen halbleeren Kühlschrank oder die Ohrenstöpsel, die ein Hotel, das an einer lärmenden Bahntrasse liegt, seinen Gästen zur Verfügung stellt. Es ist ein Blick auf das, was Fotografen in der Regel ausblenden. Laut Charles kommt das Instagram-Experiment beim Publikum gut an. Die Bilder werden viel kommentiert und weitergeleitet. Der Reiz liegt für Charles darin, dass  Leute ihm folgen, die er sonst mit seinen „normalen“ Bildern nicht erreichen würde.</p>
<p>AP gibt jedoch Regeln bei der Nutzung von Instagram vor. So dürfen grundsätzlich keine Filter benutzt werden. Charles bearbeitet die Bilder mit der Photoshop Express App, allerdings korrigiert er nur Helligkeit und Kontrast.  In dieser Beziehung hält es AP offenbar etwas anders als andere Medien. Der Fotograf der New York Times Damon Winter nutzte die <a href="http://lens.blogs.nytimes.com/2011/02/11/through-my-eye-not-hipstamatics/" target="_blank">Hipstamatic-App für eine Reportage aus Afghanistan</a>, der Fotograf <a href="http://pdnphotooftheday.com/2011/04/9155" target="_blank">Ben Lowy </a>machte mit seinen Hipstamatic-Fotos für Getty Images aus Libyen von sich reden. Die Fotos sind gerade wegen ihrer speziellen Farbgestaltung durch den Hipstamatic-Filter aufgefallen. Diese Bilder würde AP wohl nicht veröffentlichen.</p>
<p>„Fotos, die mit der Hipstamatic-App gemacht wurden oder mit einem anderen Program, das die Farben verändert, wären nicht mit unseren Leitlinien vereinbar“, schreibt mir <a href="https://twitter.com/slyon66" target="_blank">Santiago Lyon</a>, Foto-Director von Ap in New York, in einem kurzen E-Mail Interview. Er rechnet damit, dass Fotografen künftig ihre Fotos wesentlich schneller und direkter mit Hilfe der sozialen Netzwerke verbreiten werden. &#8220;Ich gehe davon aus, dass die Kameras immer kleiner werden, gleichzeitig ihre Auflösung aber immer höher wird. Außerdem werden Fotografie und Video  immer enger zusammenwachsen.&#8221;</p>
<p>Bei der Bildbeareitung setzt AP enge Grenzen. Man will unter keinen Umständen seine Glaubwürdigkeit aufs Spiel setzen. Insofern sind die <a href="http://www.ap.org/company/News-Values" target="_blank">Leitsätze</a> auch streng formuliert:</p>
<p><em>&#8220;AP pictures must always tell the truth. We do not alter or digitally manipulate the content of a photograph in any way. The content of a photograph must not be altered in Photoshop or by any other means. No element should be digitally added to or subtracted from any photograph. The faces or identities of individuals must not be obscured by Photoshop or any other editing tool. Only retouching or the use of the cloning tool to eliminate dust on camera sensors and scratches on scanned negatives or scanned prints are acceptable.</em></p>
<p><em>Minor adjustments in Photoshop are acceptable. These include cropping, dodging and burning, conversion into grayscale, and normal toning and color adjustments that should be limited to those minimally necessary for clear and accurate reproduction (analogous to the burning and dodging previously used in darkroom processing of images) and that restore the authentic nature of the photograph. Changes in density, contrast, color and saturation levels that substantially alter the original scene are not acceptable. Backgrounds should not be digitally blurred or eliminated by burning down or by aggressive toning. The removal of “red eye” from photographs is not permissible.&#8221;</em></p>
<p>Natürlich kann man lange darüber diskutieren, was man unter „tell the truth“ versteht. Ist nicht auch das Spiel mit der Tiefenschärfe eine Form von Manipulation der Wahrheit? In die Diskussion will ich jetzt nicht einsteigen. Eins ist klar: Bildbearbeitung wird immer raffinierter. Es sei oft kaum noch nachzuvollziehen, ob ein Bild manipuliert wurde, sagt Lyon. Deshalb betreibt AP auch einen hohen Aufwand bei der Verifizierung von Nachrichtenfotos. Besonders im arabischen Frühling zirkulierten Tausende Fotos, die vor allem von Aktivisten in den sozialen Netzwerken verbreitet worden waren und deren Echtheit nur schwer nachzuprüfen war bzw. ist. (Siehe aktuell den Syrien-Konflikt).</p>
<p><img class="alignright size-medium wp-image-2645" title="Manipuliertes Foto" src="http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/wp-content/uploads/2012/10/Lyon-chinaflood-300x202.jpg" alt="" width="300" height="202" /></p>
<p>AP geht bei der Verifizierung ähnlich vor wie andere Medien. So wird beispielsweise das Wetter abgeglichen, man analysiert den Schattenwurf auf den Fotos, versucht über Satellitenbilder abgebildete Orte zu verifizieren (Siehe <a href="http://konradweber.ch/2012/07/25/ard-bbc-cnn-verifikation/" target="_blank">hierzu den Artikel von Konrad Weber</a>). Dennoch wird eine Fälschung nicht immer sofort erkannt. Lyon verweist hier gerne auf das Beispiel eines manipulierten Fotos von Überschwemmungen in China, auf das die Agentur reinfiel.  Zu sehen sind darauf Menschen, die bis zur Hüfte im Wasser stehen.  Ein aufmerksamer Leser machte die Agentur darauf aufmerksam, dass etwas mit dem Foto nicht stimme. Als die Agentur den Fotografen mit dem Vorwurf konfrontierte, räumte der ein, dass er die Wasseroberfläche künstlich erhöht hatte. Eigentlich reichte den Leuten das Wasser nur bis zu den Knien. Die Agentur beendete die Zusammenarbeit mit dem Fotografen (einen weiteren Fall von Manipulation gibt es <a href="http://www.poynter.org/latest-news/mediawire/138728/ap-drops-freelance-photographer-who-photoshopped-his-shadow-out-of-image/" target="_blank">hier</a>).</p>
<p>In besonders schwierigen Fällen nutzt die Agentur die Dienste eines Wissenschaftlers. Der <a href="http://www.cs.dartmouth.edu/farid/Hany_Farid/Home.html" target="_blank">Digitale Forensiker Hany Farid</a> hat Techniken entwickelt, die auch Bildmanipulationen aufdecken, die mit bloßem Auge niemals erkennbar wären.</p>
<p><strong>Linktipp:</strong></p>
<p><a href="http://nieman.harvard.edu/reportsitem.aspx?id=102763" target="_blank">Detecting the Truth in Photos. </a>Santiago Lyon beschreibt in diesem Beitrag für die Nieman Reports das Problem der Bildmanipulation</p>
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		<title>Silicon Valley? Die Innovation liegt anderswo!</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Aug 2012 15:16:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steffen Leidel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Er lebt das, was andere bisher nur in der Theorie als Zukunftsmodell für Journalisten auf Konferenzen oder an Universitäten vortragen. Der Franzose Francis Pisani  ist ”Entrepreneurial Journalist”. Acht Monate hat er sein neuestes, selbst finanziertes journalistisches Projekt vorbereitet. Es ist eine Weltreise auf der Suche nach den Orten, wo die innovativen Ideen der Zukunft verwirklicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><img class="alignnone size-full wp-image-2629" title="FrancisPisani" src="http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/wp-content/uploads/2012/08/FrancisPisani.jpg" alt="Crédit photo: Laëtitia Attali" width="639" height="424" /></p>
<p>Er lebt das, was andere bisher nur in der Theorie als Zukunftsmodell für Journalisten auf Konferenzen oder an Universitäten vortragen. Der Franzose <a href="http://francispisani.net/" target="_blank">Francis Pisani</a>  ist ”Entrepreneurial Journalist”. Acht Monate hat er sein neuestes, selbst finanziertes journalistisches Projekt vorbereitet. Es ist eine Weltreise auf der Suche nach den Orten, wo die innovativen Ideen der Zukunft verwirklicht werden. Pisani selbst hat über 15 Jahre im Silicon Valley gelebt und von dort über neue Technologien berichtet. Doch die Innovation werde künftig von ganz anderen Orten kommen, da ist sich der 69-Jährige sicher. Mehr als 30 Städte hat er seit September 2011 schon besucht, er reiste auf fünf Kontinente, von Mexiko City nach Recife, von Accra, Nairobi bis nach Kapstadt, von Kairo nach Beirut und Tel Aviv. Er war in Russland, Indien und Indonesien.</p>
<p>Derzeit bereitet er sich in Paris auf den letzten Reiseabschnitt vor. Er wird ihn nach Singapur , Tokio, Peking und am Ende nach New York und San Francisco führen. Sein Projekt <em>Winch5</em> (steht für <em>Wave of Innovation and Change on 5 continents</em>) finanziert er sich selbst aus den Verkäufen seiner Beiträge an ein gutes Dutzend Klienten. Pisani publiziert über seine Reise in renommierten Tageszeitungen wie<a href="http://winch5.blog.lemonde.fr/" target="_blank"> Le Monde</a>, <a href="http://elpais.com/diario/2011/11/06/domingo/1320555159_850215.html" target="_blank">El País</a>, <a href="http://www1.folha.uol.com.br/colunas/francispisani/" target="_blank">Folha de São Paulo</a> oder <a href="http://www.clarin.com/opinion/Rusia-potencia-informatica_0_746325415.html" target="_blank">Clarin </a>in Argentinien. Er bloggt für die <a href="http://unpasomas.fundacion.telefonica.com/winch5/" target="_blank">Telefonica-Stiftung</a> und für die <a href="http://www.capgemini.com/winch5-blog/" target="_blank">Consulting-Firma Capgemini</a>.   Seine Vielsprachigkeit und sein exzellenter Ruf als Journalist helfen ihm dabei, sein Produkt zu verkaufen. Pisani spricht fünf Sprachen fließend, hat in mehr als 100 Zeitungen und Zeitschriften auf der ganzen Welt veröffentlicht. Pisani war Nieman-Fellow der Harvard Universität und Gastdozent an den Universitäten Berkeley und Standford.</p>
<p><em>Sie selber haben viele Jahre im Silicon Valley gelebt und dort über Technologie berichtet. Heute sagen Sie, dass in einigen Jahren Innovation nicht mehr aus Silicon Valley, sondern aus anderen Orten dieser Welt kommen wird.  Wie kommen Sie auf diese These?</em></p>
<p>Aus meiner Sicht gibt es da mehrere Gründe. Zum einen hat Silicon Valley an Dynamik verloren. Diese Ansicht teilen viele Leute. Da ist <a href=" http://scripting.com/stories/2012/08/02/theSiliconValleyApproachIs.html#heresHowILookAtWhatSiliconValleyIsDoingAndAdmittedlyItsFromMyPerspectiveYmmvIanalEtc " target="_blank">Dave Winer</a> zum Beispiel, einer der Väter der Blogs oder Nick Denton, Gründer von <a href="http://www.gawker.com" target="_blank">Gawker.com</a>. Sie sind nach New York gegangen, weil es aus ihrer Sicht dynamischer ist. Andere zeigen einfach ihre Frustration. Ich erinnere mich an ein Interview mit Jerry Yang, den Gründer von Yahoo im Jahr 1996. In dem ersten Büro von Yahoo stand sein Fahrrad, dort schliefen auch die ersten Mitarbeiter. Er sagte mir:  “Ich möchte die Welt verändern und Milliardär werden.” Auch heute gibt es dort noch hochqualifizierte Leute, aber die wollen nur noch reich werden. Es gibt nicht mehr den unbedingte Willen, die Welt zu verändern. Dazu kommt, dass die Herausforderung, die die Leute dort am meisten interessiert hat, nämlich die persönliche Produktivität zu steigern, inzwischen gemeistert ist. Persönlich denke ich außerdem, dass es einfach zu viele Vorschläge gibt, die es schon mal in den Jahren davor gegeben hat &#8211; speziell was das Web 2.0 angeht. Das ist ganz anders, wenn man sich im Rest der Welt umschaut. Überall gibt es inzwischen Leute, die erkannt haben, dass Innovation eine Quelle für Wachstum und Entwicklung ist und auf diese setzen. Sie suchen nach Risikokapital und versuchen, sich zu qualifizieren. Heute ist immer weniger Kapital nötig, um ein Start Up zu gründen, und auf der ganzen Welt kann man dank des Internet zusammenarbeiten.</p>
<p><em>Welche Orte haben Sie besonders überrascht?</em></p>
<p>Es gibt überall auf der Welt Geeks. Das gilt auch für die ärmsten und am wenigsten entwickelten Orte dieser Welt. Besonders beeindruckt haben mich die Leute in Accra in Ghana und in Nairobi. Im Nahen Osten haben mich vor allem der Libanon und Israel überrascht. Ich bin sicher, dass Israel bald eine der führenden Nationen in Informationstechnlogien sein wird. Besonders spannend fand ich Recife in Brasilien. Die Stadt hat es geschafft, kluge Köpfe und Start-Ups aus ganz Brasilien und internationale Unternehmen anzuziehen. Inzwischen ist sie der drittwichtigste Technologiestandort Brasiliens.</p>
<p><em>In Afrika gibt es mit<a href="http://afrilabs.com" target="_blank"> Afrilabs.com</a> ein ganzes Netzwerk an Innovationsstandorten. Haben Sie ein paar konkrete Beispiele für interessante Entwicklungen?</em></p>
<p>In Ghana gibt es ein Unternehmen mit dem Namen <a href="https://twitter.com/nandimobile/" target="_blank">NandiMobile</a>. Es hilft Unternehmen über  SMS und mit künstlicher Intelligenz Kunden einen besseren Service zu bieten. Oder nehmen sie das Start-Up <a href="http://mpedigree.net/mpedigree/index.php" target="_blank">Mpedigree</a>, das hilft zu verifizieren, ob ein Medikament echt oder gefälscht ist. Dann gibt es <a href="http://www.ShopAfrica53.com" target="_blank">ShopAfrica53.com</a>, eine <a href="http://www.capgemini.com/winch5-blog/2011/11/african-ebay-save-continent/" target="_blank">Art Online-Kaufhaus</a>, das es kleinen afrikanischen Unternehmen ermöglichen soll, ihre Produkte zu vermarkten.  Gegründet wurde ShopAfrica53.con von Herman Chinery-Hesse, der mir als Bill Gates von Africa vorgestellt wurde. Aus Nairobi kommt <a href="http://www.safaricom.co.ke/index.php?id=257" target="_blank">M-Pesa</a>, ein Geldtransfersystem von Safaricom, dessen Wirkung nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Es ermöglicht über Mobiltelefone, Überweisungen zu tätigen. Du kannst in Nairobi auf dem Markt mit deinem Mobiltelefon einkaufen. In Paris geht das nicht. Das sind nur einige wenige Beispiele. Die Liste ist sehr lang.</p>
<p><em>Wer sind die Leute, die innovative Ideen verwirklichen? Es gibt ja oft die Kritik, dass die westlichen Industrieländer die Welt mit ihren Innovationen dominieren und dass hinter vielen Initiativen in Entwicklungsländern am Ende doch wieder Europäer oder Amerikaner stehen, die verdeckt fertige Projekte in diese Länder einführen..</em></p>
<p>Dafür gibt es sicher Beispiele. Am Anfang der Entwicklung der Informationstechnologien fand man in den Entwicklungsländern Leute aus dem Norden oder Personen aus dem Süden, die ihre Ausbildung im Norden erhalten haben. Doch diese Phase ist so gut wie überholt. Es gibt aber keinen Grund, einen Kenianer, Libanesen oder Inder zu diskreditieren, nur weil er einige Jahre in den USA oder Großbritannien verbracht hat. Wir leben in einer offenen Welt und jeder darf lernen, wo er will. Das Entscheidende ist, dass die Leute in ihre Heimat zurückkehren und dort für ihre Leute arbeiten und helfen, deren Probleme zu lösen. Das sehe ich überall. Nur ein Beispiel von vielen: Adel Youssef, der Gründer von<a href="http://www.intafeen.com/" target="_blank"> Intafeen.</a> Er ist Ägypter, ein Ex-Google-Fellow, Entwickler von My Location. Er kehrte in sein Heimatland zurück, um einen arabischen Geolocation-Dienst zu programmieren.<br />
Viele, die die angesprochene Kritik üben, vergessen, dass die besten Ideen im Silicon Valley &#8211; übrigens auch in den restlichen Ländern des Nordens &#8211; von den besten Gehirnen des Südens stammen. Viele der Start-Up-Mitbegründer in der Region um San Francisco Bay in den letzten 30 Jahren sind außerhalb der USA geboren. Nur ein Beispiel:  Einer der beiden Mitbegründer von Instagram ist ein brillianter Entwickler aus Brasilien.</p>
<p><em>Welche Bedingungen braucht es, damit Innovation entstehen kann?</em></p>
<p>Wichtig sind zunächst einmal Geeks. Viele haben sich im Internet das Programmieren selbst beigebracht. Dafür braucht man eine Anbindung ans Internet. Und du brauchst vor allem Unternehmer und Geld. Viele beginnen mit dem Geld der Familie oder von Freunden. Das Problem ist dann häufig, wie bezahlt man die zweite, dritte Finanzierungsrunde.</p>
<p><em>Das Mobiltelefon verändert die Welt wie kaum ein anderes technisches Gerät. Inwiefern hat das Mobiltelefon die Gesellschaften in den Entwicklungsländern verändert?</em></p>
<p>Aus meiner Sicht ist Afrika Nordamerika und Westeuropa in einem entscheidenden Punkt voraus: Wir sehen das Mobiltelefon immer noch als ein Komplement an, während in Afrika die Menschen es inzwischen zu ihrem wichtigsten Kommunikations- und Informationsmittel gemacht haben. Jeder hat ein Handy, es ist billig. Dabei ist der Anteil von Smartphones in Afrika gering, er liegt nur zwischen einem  und fünf  Prozent. Doch es gibt viele Innovationen zur Nutzung von SMS. Verbreitet sind Feature Phones, die auf sehr ausgeklügelte Weise verwendet werden. Davon können wir lernen.</p>
<p><em>Hier kann man die Berichte von Francis Pisani (auf Twitter: <a href="http://twitter.com/francispisani" target="_blank">@francispisani</a>) lesen:</em></p>
<div>Winch5 auf Englisch  <a href="http://www.capgemini.com/winch5" target="">www.capgemini.com/winch5</a></div>
<p>The Next Web <a href="http://thenextweb.com/tag/winch5" target="">thenextweb.com/tag/winch5</a></p>
<p>Winch5 auf Französich  <a href="http://winch5.blog.lemonde.fr/" target="">winch5.blog.lemonde.fr</a></p>
<div>Winch5 auf Spanisch  <a href="http://unpasomas.fundacion.telefonica.com/winch5/" target="">unpasomas.fundacion.telefonica.com/winch5</a></div>
<div></div>
<div>Auf Portugiesisch: Folha de São Paulo  <a href="http://www1.folha.uol.com.br/colunas/francispisani/" target="">Folha/francispisani</a></div>
<p>&nbsp;</p>
<div></div>
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		<title>Datenvisualisierungen und Infografiken – „Funktional wie ein Hammer“</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Jul 2012 16:19:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steffen Leidel</dc:creator>
				<category><![CDATA[ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Datenjournalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Visualisierung von Daten ist eines der Trendthemen im Netz. Inzwischen gibt es immer mehr Tools, mit denen jedermann Infografiken erstellen kann. Das, was über die sozialen Netzwerke so herumgeschickt wird, ist meistens vor allem bunt, hat große Lettern und lustige Icons -  und bringt oft wenig Informationsgewinn. Was macht dagegen eine gute Infografik oder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><img class="alignnone  wp-image-2616" title="Hammer Flickr CC Steve Ryan " src="http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/wp-content/uploads/2012/07/IMG_0162-1024x592.jpg" alt="" width="680" height="393" /></p>
<p>Die Visualisierung von Daten ist eines der Trendthemen im Netz. Inzwischen gibt es <a href="http://drawingbynumbers.org/toolsandresources" target="_blank">immer mehr Tools</a>, mit denen jedermann Infografiken erstellen kann. Das, was über die sozialen Netzwerke so herumgeschickt wird, ist meistens vor allem bunt, hat große Lettern und lustige Icons -  und bringt oft wenig Informationsgewinn.</p>
<p>Was macht dagegen eine gute Infografik oder Datenvisualisierung aus? Mit dieser Frage beschäftigt sich <a href="http://albertocairo.com" target="_blank">Alberto Cairo</a> seit mehr als 15 Jahren. Seine Stimme hat Gewicht in der internationalen Szene von Infografikern. Im September erscheint sein Buch <a href="http://www.thefunctionalart.com/p/about-book.html" target="_blank">„The Functional Art &#8211; an introduction to Information Graphics and Visualization“</a>. Dafür hat Cairo zahlreiche große Namen aus der Branche interviewt und erklärt detailliert, was eine professionelle Infografik ausmacht. „Sie ist so funktional wie ein Hammer, vielschichtig wie eine Zwiebel und so schön und wahrhaftig wie eine mathematische Formel“, sagt er. In mehreren Kapiteln seines Buches beschreibt er auch die Grundlagen der Wahrnehmungspsychologie, die jeder Grafiker, aber auch Journalist kennen sollte.</p>
<p><em>Das Netz ist voll von Infografiken. Sie stammen schon längst nicht mehr nur von klassischen Medien, jeder kann heute mit einfachen Tools Daten visualisieren. Woher kommt dieser Hunger nach Visualisierung? </em></p>
<p>Es kommen hier mehrere Faktoren zusammen. In den letzten Jahren sind die Zahl und die Vielfalt von Tools, mit denen man Infografiken und Visualisierungen machen kann, regelrecht explosionsartig angestiegen. Die Werkzeuge sind billiger geworden und einfacher in der Handhabung, auch für ein allgemeines Publikum. Es gibt Tools wie <a href="https://developers.google.com/chart/" target="_blank">Google Charts</a>, <a href="http://www-958.ibm.com/software/data/cognos/manyeyes/" target="_blank">Many Eyes</a> und viele andere, mit denen man einfach und automatisiert Grafiken erstellen kann. Außerdem ist die Verfügbarkeit von Daten heute ganz anders als früher. Als ich vor 15 Jahren als Infografiker anfing, war es viel mühsamer, Daten zu sammeln. Transparenz-Gesetze haben dazu geführt, dass viele demokratische Regierungen ihre Daten systematisch ins Netz gestellt haben. Auch viele Unternehmen tun dies. Der dritte Punkt ist, dass die Datenfülle selber es nötig macht, Tools zu verwenden, die es uns erleichtern, diese Daten zu verstehen. Das menschliche Gehirn und das Auge haben einfach große Schwierigkeiten damit, aus numerischen Tabellen Botschaften herauszulesen. Wenn wir Zahlen visuell darstellen, können wir dagegen sehr schnell Trends und Muster herauslesen.</p>
<p><em>Wir sind von Natur aus sehr visuelle Wesen. In deinem Buch widmest Du drei Kapitel der kognitiven Psychologie, die der Frage nachgeht, wie wir Dinge wahrnehmen. Wie wichtig sind Erkenntnisse aus dieser Disziplin für Infografiker und Journalisten? </em></p>
<p>Es gibt  viele Erkenntnisse der kognitiven Psychologie, die uns in der täglichen Arbeit nützen können. Warum lesen wir, wie wir lesen, warum funktionieren manche Grafiken und andere nicht? Warum nehmen wir manche Farben besser wahr als andere? Wenn Du in einer Grafik eine visuelle Hierarchie etablieren willst, musst Du verschiedene Farbtöne verwenden. Du wirst dann nicht für alle Elemente der Grafik kräftige Farben verwenden, sondern nur für die, die Du hervorheben willst. Da nimmst Du dann vielleicht ein kräftiges Rot, das unsere Aufmerksamkeit erregt. Für die sekundären Elemente verwendet man dann eher Grau- oder Pastelfarben. Bei der Auswahl der Farben kann dir die kognitive Psychologie weiterhelfen.</p>
<p><em>Sollten sich Journalisten in ihrer Ausbildung mit kognitiver Psychologie beschäftigen?</em></p>
<p>Ich denke schon. Die Erkenntnisse der Psychologen sind nicht nur für die visuelle Kommunikation interessant, sondern gelten ja auch für Text. Ich empfehle zum Beispiel das Buch des französischen Kognitionswissenschaftlers <a href="http://www.nytimes.com/2010/01/03/books/review/Gopnik-t.html?pagewanted=all" target="_blank">Stanislas Dehaene, Reading in the Brain</a>. Er erklärt, wie das Gehirn Textinformation verarbeitet und hilft auch zu verstehen, warum manche Typographie besser lesbar ist als andere.</p>
<p><em>Viele würden bei der Bewertung von Infografiken sagen, dass es oft auch einfach nur eine Frage des Geschmackes ist, ob man etwas gut findet oder nicht. </em></p>
<p>Das ist es aber nicht. Es gibt Dinge, die basieren einfach auf der Struktur und der Funktionsweise des Gehirns und des Auges. Zum Beispiel: Wenn man eine Infografik machen will, um Zahlen präzise zu vergleichen, dann ist ein Säulendiagramm einfach besser geeignet als ein Blasendiagramm. Unser Gehirn hat Schwierigkeiten Flächen zu vergleichen. Es kann viel einfacher Längen oder Höhen abschätzen. Das ist keine Frage des Geschmacks.</p>
<p><em>Über Twitter und Facebook wird eine wahre Flut von Infografiken verbreitet. Wie kann man da die Spreu vom Weizen trennen? </em></p>
<p>Unter den guten Beispielen finden sich die Arbeiten der New York Times, des Guardian oder der Washington Post. Es gibt auch einige herausragende Freelancer wie <a href="http://moritz.stefaner.eu/" target="_blank">Moritz Stefaner</a>  oder <a href="http://tulpinteractive.com/ " target="_blank">Jan Willem Tulp</a>. In Deutschland finde ich auch zum Beispiel <a href="http://vis4.net/blog/" target="_blank">Gregor Aisch</a> sehr gut [Weitere Beispiele im Blog von<a href="http://albertocairo.com" target="_blank"> Alberto Cairo</a>]. Im Internet findet man aber auch viele Infografiken, die nicht funktionieren, denn sie missachten eine einfache Grundregel. Das Erste, was man sich fragen muss ist: Welchen Zweck verfolge ich mit der Visualisierung? Deshalb habe ich mein Buch ja auch &#8220;The Functional Art&#8221; genannt. Infografik ist nicht einfach Kunst, sondern es ist eine Kunst, die uns helfen soll, Information besser zu verstehen und zu analysieren. Die Ästhetik ist wichtig, aber zunächst muss man erst einmal eine visuelle Struktur entwickeln, die das Gehirn leicht versteht. Diese einfache Regel hat weitreichende Konsequenzen. Die Form richtet sich nach der Funktion und nicht umgekehrt. Ich sage immer, eine Infografik ist wie ein Hammer. Seine Form hat eine Funktion. Natürlich kann diese Form variieren. Aber die Grundstruktur ist immer die gleiche. Es geht also nicht vorrangig darum etwas Schönes, Ästhetisches zu kreieren. Es geht erst einmal um die Struktur, die Ästhetik ist ihr Nebenprodukt.</p>
<p><em>Kannst Du uns ein paar gelungene Beispiele nennen?</em></p>
<p>Für mich ist die New York Times derzeit die Referenz für Datenvisualisierungen weltweit. Ihre Qualitätsstandards sind enorm. Die entsprechende Abteilung umfasst 30 Personen. Das sind nicht nur viele Leute, sondern sie gehören auch noch zu den Besten ihres Faches. Es gibt Karthographen, Statistiker, Grafikdesigner, Programmierer und Journalisten. Ich mag zum Beispiel die wöchentliche Kolumne <a href="http://topics.nytimes.com/topics/news/business/columns/metrics/index.html" target="_blank">Metrics</a> der New York Times, die Text und Infografik verbindet. Ich hatte Moritz Stefaner schon erwähnt. Seine Arbeit ist außergewöhnlich, denn sie ist künstlerisch und ästhetisch und gleichzeitig funktional. Er denkt wie ein Künstler, ist aber gleichzeitig auch ein Wissenschaftler. Er hat kognitive Psychologie studiert und er kennt sich aus mit Statistiken. Ein weitere Referenz ist National Geographic. Was hier hervorsticht, ist die enorme Präzision der Daten. Ein Beispiel: in der <a href="http://www.thefunctionalart.com/2012/04/designing-information-graphics-and.html" target="_blank">Illustration des Göbekli Tepe</a> in der Türkei sind sogar die Farben des Grases oder des Holzes originalgetreu. Dafür hat man mit Wissenschaftlern zusammengearbeitet. Alle Details stimmen.</p>
<p><em>Um solche komplexen Infografiken zu machen, braucht man zahlreiche Kenntnisse. Brauchen wir im Journalismus neue Berufsprofile? </em></p>
<p>Ja, das ist offensichtlich. Andy Kirk hat in seinem Blog visualisingdata einen sehr interessanten Post dazu geschrieben: <a href="http://www.visualisingdata.com/index.php/2012/06/article-the-8-hats-of-data-visualisation-design/" target="_blank">The 8 hats of data visualisation design</a>. Er spricht darin von 8 Profilen, die man in einer Infografik-Abteilung braucht, um gute Visualisierungen zu produzieren. Wenn die Abteilung nur aus drei bis vier Leuten besteht, muss logischerweise jeder mehrere Hüte tragen. Ja, wir brauchen neue Jobprofile. Es dabei vor allem darum, sich konzeptionell, aber auch technisch besser aufzustellen. Bis vor 10 Jahren hätte niemand daran gedacht, dass Programmierer Teil einer journalistischen Redaktion sein könnten. Heute müssen Programmierer und Hacker Teil einer Redaktion sein.</p>
<p><em>Wir hatten schon kurz erwähnt, dass es inzwischen immer mehr Tools gibt, mit denen man kinderleicht Infografiken erstellen kann. Was taugen die? </em></p>
<p>Jedes Werkzeug kann für etwas Gutes und für etwas Schlechtes verwendet werden. Zum Beispiel: Excel, ein Programm, das ich täglich nutze. Die Grafiken, die  man mit den Default-Einstellungen von Excel erstellen kann, sind schrecklich. Es geht darum, dass man sich nicht von einem Werkzeug dominieren lässt, sondern umgekehrt. Bevor man es benutzt, braucht man erst einmal konzeptionelle Kenntnisse. Wenn man die hat, kann jedes gut gemachte Programm nützlich sein, sei es Photoshop oder <a href="http://visual.ly/">visual.ly</a>. Vor allem im Marketing und PR-Bereich fehlen aber oft diese konzeptionellen Kenntnisse. Viele Grafiken, die heute zirkulieren, präsentieren einfach Zahlen, ohne diese in ihren Kontext zu setzen. Sie bleiben an der Oberfläche. Einfach ein paar Zahlen zu präsentieren, die mit ein paar netten Illustrationen garniert sind, reicht nicht für eine gute Infografik.</p>
<p><img class="alignleft" title="Alberto Cairo" src="http://www.clasesdeperiodismo.com/wp-content/uploads/2011/10/ALBERTO-cairo.jpg" alt="" width="135" height="215" /><em><a href="http://albertocairo.com" target="_blank">Alberto Cairo</a> begann seine Karriere als Infografiker in Galicien bei der Regionalzeitung <a href="http://www.lavozdegalicia.es/" target="_blank">Voz de Galicia</a>. Doch schon bald wurde er Chef der Grafik-Abteilung bei <a href="http://elmundo.es" target="_blank">El Mundo</a> in Madrid, einer der größten Tageszeitungen Spaniens. In dieser Zeit gewann er mehrfach international anerkannte Preise mit seinem Team (u.a. <a href="http://www.malofiej20.com/">Malofiej</a> und Society for News Design (<a href="http://www.snd.org/">SND</a>). Danach war Cairo Leiter für Multimedia und Infografik bei der Editora Globo, der Magazin-Abteilung der größten Mediengruppe in Brasilien. Cairo verbindet wie kaum jemand in seiner Branche Praxis und Lehrerfahrung.  Er war Dozent an der <a href="http://jomc.unc.edu/">School of Journalism</a> der University of North Carolina-Chapel Hill und unterrichtet seit Januar 2012 an der <a href="http://com.miami.edu/">School of Communication</a> an der University of Miami. Für die Tageszeitung El País schreibt er regelmäßig <a href="http://blogs.elpais.com/periodismo-con-futuro/" target="_blank">Posts zur Zukunft des Journalismus</a>.</em></p>
<p><strong>Linktipps zu kognitiver Psychologie und Wahrnehmung von Grafiken</strong></p>
<p><a href="http://ccom.unh.edu/vislab/colin_ware.html" target="_blank"><strong>Colin Ware: Information Visualization</strong></a></p>
<p><a href="http://books.google.de/books/about/Graph_Design_for_the_Eye_and_Mind.html?id=dNe7GktaOF4C&amp;redir_esc=y" target="_blank"><strong>Stephen Kosslyn: Graph Design for the Eye and Mind</strong></a></p>
<p><strong><a href="http://www.amazon.com/How-Maps-Work-Representation-Visualization/dp/157230040X/ref=sr_1_1?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1340976933&amp;sr=1-1&amp;keywords=maceachren" target="_blank">M. MacEachren: How Maps Work: Representation, Visualization, and Design</a></strong></p>
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		<title>Ch-ch-ch-ch-Changes</title>
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		<pubDate>Wed, 23 May 2012 10:34:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus Bösch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Text über alt und neu. Mit Robotern, Google News, Andrew DeVigal, der Maiskolbenfrau und natürlich Value. Einige Weiterlesemempfehlungen wurden aus Servicegründen blau unterlegt&#8230; Mike Jones sitzt vor kurzem im Publikum einer Transmedia Storytelling Konferenz und regt sich fürchterlich auf. Da oben steht ein so genannter Transmedia Guru und verkündet das, was selbsternannte Experten des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><img class="aligncenter size-full wp-image-2603" title="Alles unter Kontrolle" src="http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/wp-content/uploads/2012/05/top.jpg" alt="http://www.flickr.com/photos/sdasmarchives/6996745802/" width="680" height="536" /></p>
<p><em>Ein Text über alt und neu. Mit Robotern, Google News, Andrew DeVigal, der Maiskolbenfrau und natürlich Value. Einige Weiterlesemempfehlungen wurden aus Servicegründen blau unterlegt&#8230;</em></p>
<p>Mike Jones sitzt vor kurzem im Publikum einer Transmedia Storytelling Konferenz und regt sich fürchterlich auf. Da oben steht ein so genannter Transmedia Guru und verkündet das, was selbsternannte Experten des Wandels derzeit so verkünden. Diese Technologien würden eine ganz neue Form des Geschichtenerzählens erfordern. Alte Mittel und Wege würden nicht mehr funktionieren.</p>
<p><strong>Bullshit</strong></p>
<p>schreibt Mike Jones in sein <a href="http://www.mikejones.tv/journal/2011/4/4/transmedia-storytelling-is-bullshit.html" target="_blank">Blog</a>. Und ergänzt, es handle sich dabei um: empty, vacuous, ignorant, presumptive, absurd and fascicle weasel-word statements.  Ergänzend verlinkt er die <a href="https://www.facebook.com/notes/brian-clark/transmedia-is-a-lie/10150841850433993" target="_blank">Facebook-Notes</a> von Brian Clark :</p>
<p><em>None of this transmedia stuff is new. We all knew that was a lie, that storytelling hadn’t changed at all, let alone &#8220;forever,&#8221; and we all went along with it. We use the phrase &#8220;transmedia&#8221; as an excuse to believe we’re inventing stuff and thus don’t need to learn what came before.</em></p>
<p>Angenehm. Und damit herzlich willkommen im derzeit leider immer noch vorherrschenden Diskurs: Alt versus Neu. Neu versus Alt. Mit dieser herrlich einfachen Gegenüberstellung wird auch im journalitischen Kontext 2012 immer noch hantiert, erklärt, gestritten, sich profiliert und positioniert. Schluss damit!</p>
<p><em>My friend argued this was nothing new. Time started as a full-fledged aggregator almost 89 years ago. A quick visit to the library confirmed his statements. Sure enough, all 29 pages of the black and white weekly &#8230; were packed with advertisements and aggregation. &#8230; it was rip-and-read copy from the day’s major publications — The Atlantic Monthly, The Christian Science Monitor, and the New York World, to name a few. (<a href="http://www.niemanlab.org/2012/01/david-skok-aggregation-is-deep-in-journalisms-dna/" target="_blank">*</a>)</em></p>
<p><strong>Ein Prozess. Eine Entwicklung</strong></p>
<p>Auf dem Campus der Harvard Universität (die ja übrigens das Tolle Motto ,Veritas‘ also Wahrheit hat), genauer in der Bibliothek des Lippman Hauses, da wo die Nieman Foundation residiert, hält vor gut zwei Wochen <a href="http://www.richardgingras.com/" target="_blank">Richard Gringas</a> einen Vortrag. Gringas arbeitet seit 30 Jahren in der Newsbranche und hat im Moment den Job Head of News Products bei Google.</p>
<p>Die Geschwindigkeit des technologischen Wandels wird nicht nachlassen, sagt er und schiebt dann hinterher: to think of our current time as a transition between two eras, rather than a continuum of change, is a mistake.“ Ein Prozess. Eine Entwicklung. Weiter begleiten werden uns dabei natürlich die Standardsituationen der <a href="http://www.eurozine.com/articles/2009-12-01-passig-de.html" target="_blank">Technologiekritik</a> und der <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/kathrin-passig-standardsituationen-der-technologiebegeisterung-a-831904.html" target="_blank">Technologiebegeisterung</a>, die Kathrin Passig herausgearbeitet hat. (Da sie jetzt herausgearbeitet sind, kann man da jederzeit drauf verweisen und muss das nicht alles wieder und wieder diskutieren.)</p>
<p><strong>Things hardly recognizable as journalism</strong></p>
<p>In diesem Prozess der Veränderung ändern sich auch Perspektiven und Möglichkeiten. Sehr schön zeigt das der Multimedia-Redakteur der New York Times Andre DeVigal mit zwei Charts in seinem <a href="http://drewvigal.tumblr.com/post/13852932900/redefining-interactive-narratives-multimedia" target="_blank">Tumblr</a>. Immer ausgehend von einem starken Narrativ denkt man bei der New York Times ab ca. 2009 eher multimedial, inzwischen sind aber ganz neue Kategorien und Denkmodelle wie Games, Physical Spaces und Mobile dazugekommen. Kein Wunder, schließlich hat sich DeVigal auch <a href="http://www.marcus-boesch.de/post/4334329913/andrew-vigal-ist-multimedia-editor-bei-der-new" target="_blank">links und rechts der eigenen Profession</a> umgesehen.</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/drewvigal/6267366738/sizes/l/in/set-72157607350177996/"><img class="aligncenter size-full wp-image-2598" title="Chart von Andrew DeVigal" src="http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/wp-content/uploads/2012/05/DrewVigal.png" alt="" width="680" height="395" /></a></p>
<p>Und damit zu einem Herrn namens Stijn Debrouwere, der Anfang Mai ein sehr <a href="http://stdout.be/2012/05/04/fungible/#summary" target="_blank">bemerkenswertes Posting</a> schrieb. Lorenz Matzat hat <a href="http://www.datenjournalist.de/journalismus-wird-ersetzt/" target="_blank">hier</a>  relevante Teile des Postings auf deutsch zusammengefasst: Er {Debrouwere} bringt das Dilemma auf den Punkt: Die Debatte über die Zukunft des Journalismus führen meist Journalisten. Und die können aus ihrer Binnensicht heraus nach wie vor nicht fassen, was Debrouwere schreibt: „Ich denke, Journalismus wird ersetzt“. Und noch mal auf den Punkt im Original: The entire point is that journalism is not being disrupted by better journalism but by things that are hardly recognizable as journalism at all.</p>
<p><strong>Traffic-whoring duty</strong></p>
<p>Viel zu schön um es nicht zu zitieren auch ein Satz von <a href="http://www.yelvington.com/node/533" target="_blank">Steve Yelvington</a>, den Debrouwere verlinkt. Er stammt aus dem Jahr 2009. “You’re not competing on the basis of whether you have unique news. You’re competing with the entire world on the basis of the value that consumers get out of your product.”</p>
<p>Value. Wert. So wie bei <a href="http://www.nytimes.com/interactive/business/buy-rent-calculator.html" target="_blank">Is It Better to Buy or Rent?</a> Die Frage immer aus Nutzerperspektive: Warum soll ich um alles in der Welt Zeit darauf verwenden mir Dein Angebot im Netz anzuschauen? Die Frage aus Macherperspektive: Wie viel Ressourcen sind nötig, um dieses Angebot zu erstellen? Und was könnte man mit diesen Ressourcen sonst anstellen? Unbedingt lesenswert in diesem Kontext ist der Text  <a href="http://www.niemanlab.org/2012/03/i-cant-stop-reading-this-analysis-of-gawkers-editorial-strategy/" target="_blank">I can’t stop reading this analysis of Gawker’s editorial strategy</a> bei Nieman, ein Bericht über konkrete Maßnahmen zur Versöhnung von Qualität und Quantität. Dort auch der Link zur <a href="http://gawker.com/5880077/i-cant-stop-staring-at-cyber-woman-with-corn" target="_blank">Maiskolbenfrau</a>.</p>
<p><strong>Shit look at that</strong></p>
<p>Daraus ableiten lässt sich meiner Meinung nach ein recht glasklarer Dreischritt für Produkte im Netz. Zuerst ein SLAT &#8211; ein Shit-look-at-that-Moment, um im Info Overload wahrgenommen zu werden. Dann muss auf Teufel komm raus Mehrwert für den Nutzer her &#8211; fast sekundär, ob es sich hierbei um Service, News, Erfahrung, Unterhaltung oder sonst ewas handelt. Gefolgt von einem kaum verzichtbaren Call-to-Action. Mach irgendwas. Erzähl es Deinen Freunden, Teile die Botschaft, werde Mitglied, renn auf die Straße. Bei der Umsetzung empfiehlt es sich die Möglichkeiten von Mensch und Maschine optimal zu verbinden.</p>
<p>Statt auf <a href="http://meedia.de/internet/neues-tool-testet-ueberschriften-power/2012/05/22.html" target="_blank">technische All-inclusive Lösungen</a> zu setzen, braucht es weiter Menschen, um Geschichten zu erzählen, am besten die, die sie als <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/netzkultur-der-tod-des-cyberflaneurs-a-814236.html" target="_blank">Cyberflaneur </a>eingesammelt haben. Schnelle Sport- und Wirtschafts- und Gebrauchsberichterstattung können derweil ja gerne Maschinen übernehmen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-2599" title="CC" src="http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/wp-content/uploads/2012/05/flugzeug.jpg" alt="" width="680" height="469" /></p>
<p>Meiner Ansicht nach sollte man noch mal weiter in Richtung <a href="http://www.informationarchitects.jp/en/business-class-news/" target="_blank">Business Class für Journalismus</a> denken. Während die Passagiere in der Economy ihren gesponsorten Werbedrink von einem Automaten bekommen, der Plastikcoins für das Facebookweb an Board verteilt, laufen weiter vorne lebendige Flugbegleiter herum. Vielleicht ja mit handgebügelten Zeitungen aus Papier, voll mit Geschichten. Dazu komisch anmutende Apparate auf denen alte Folgen von <a href="http://www.thisamericanlife.org/" target="_blank">This American Life</a> laufen.</p>
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		<title>Onlinejournalismus &#8211; eine Wortklauberei</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Feb 2012 16:48:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steffen Leidel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Onlinejournalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Begriff des Onlinejournalismus bereitet mir seit geraumer Zeit Unbehagen. Es ist ein Terminus, der als Fachbegriff getarnt daher kommt, meist aber mächtig ideologisch aufgeladen wird. David Bauer von der Schweizer Tages-Woche will deshalb gar nicht mehr von Onlinejournalismus sprechen: &#8220;Das vorangestellte «Online» modifiziert das Wort «Journalismus». Die implizite Bedeutung des zusammengesetzten Worts ist demzufolge: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><a href="http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/wp-content/uploads/2012/02/olj.jpg"><img class="alignnone  wp-image-2578" title="olj" src="http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/wp-content/uploads/2012/02/olj.jpg" alt="" width="661" height="439" /></a></p>
<p>Der Begriff des Onlinejournalismus bereitet mir seit geraumer Zeit Unbehagen. Es ist ein Terminus, der als Fachbegriff getarnt daher kommt, meist aber mächtig ideologisch aufgeladen wird. David Bauer von der Schweizer Tages-Woche will deshalb <a href="http://blogs.tageswoche.ch/de/blogs/pageimpression/250189/" target="_blank">gar nicht mehr von Onlinejournalismus </a>sprechen:</p>
<p><em>&#8220;Das vorangestellte «Online» modifiziert das Wort «Journalismus». Die implizite Bedeutung des zusammengesetzten Worts ist demzufolge: Der Journalismus wird modifiziert, wenn er online geht. Darin enthalten ist eine Wertung: «Onlinejournalismus» ist mehrheitlich negativ konnotiert und wird nicht selten dazu verwendet, um eine Abgrenzung zu einem Idealbild von Journalismus vorzunehmen.&#8221;</em></p>
<p>In der Tat sind es nach wie vor nicht wenige in der deutschsprachigen Journalistenzunft, die auch im Jahr 2012 unter Onlinejournalismus das Einstellen von Texten und Bildern in ein CMS verstehen. Und man kann ihnen dieses Verständnis auch nicht wirklich Übel nehmen, denn in vielen Medienhäusern ist diese Art von &#8220;Onlinejournalismus&#8221; ja nach wie vor gelebte Realität (Deshalb verwundert es nicht, dass die Jury des CNN-Awards für junge Journalisten in diesem Jahr auf <a href="http://meedia.de/internet/cnn-journalist-award-ohne-online-kategorie/2012/02/07.html" target="_blank">eine Nominierung in der Kategorie Online verzichtet</a>, da schlicht zu wenige preiswürdige Beiträge eingereicht wurden.)</p>
<p><strong>Onlinejournalismus versus Journalismus?</strong></p>
<p>So verstanden bringt uns der Begriff aber nicht weiter, denn er macht die Debatte um die Zukunft des Journalismus zur Glaubensfrage, die leider nur selten ohne gegenseitige persönliche Angriffe der Diskutanten auskommt, sachliche Argumente treten in den Hintergrund. Wer möchte, kann sich in diesem Zusammenhang ja noch mal die <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/wolf-schneider-hat-jehova-gesagt/#comments" target="_blank">Debatte </a>um das &#8220;neue Handbuch des Journalismus und des Online-Journalismus&#8221; der &#8220;Grandseigneurs der Journalistenausbildung&#8221; (Meedia) Wolf Schneider und Paul Josef Raue zu Gemüte führen.</p>
<p>Ich will hier nicht noch eine Besprechung des Buches absondern. Ich bin schon vor einigen Wochen zufällig am Zeitungskiosk am Flughafen über dieses aktualisierte &#8220;Standard-Werk&#8221; gestolpert. Was mir ins Auge stach, war der <a href="http://www.amazon.de/Das-neue-Handbuch-Journalismus-Online-Journalismus/dp/3499628252/ref=ntt_at_ep_dpt_3" target="_blank">Titel</a>. Auf dem Buchdeckel prangt in großen Lettern das Wort &#8220;Journalismus&#8221;, klein gedruckt folgt &#8220;und des Onlinejournalismus&#8221;.</p>
<p>Wahrscheinlich wollten die Autoren/der Verlag aus marketingtechnischen Gründen einfach daraufhin weisen, dass das &#8220;Standard-Werk&#8221; jetzt aktualisiert daherkommt. Dennoch finde ich diesen Buchtitel unglücklich gewählt. Auch wenn es nicht gewollt ist, suggeriert der Titel, es gebe einen Unterschied zwischen Journalismus und Onlinejournalismus. Das wird dem Mythos gerecht, der in viele Journalistenhirne einbetoniert zu sein scheint. Nämlich: Onlinejournalismus ist ein Anhängsel des echten, wahren Journalismus der Edelfedern und Grandseigneurs. Viele verstehen Onlinejournalismus als den Wurmfortsatz des Journalismus. Und der ist klein, unwichtig und meistens entzündet.</p>
<p><strong><br />
Ganzheitliches Verständnis von Journalismus</strong></p>
<p>Immerhin: Dass sich etwas – und zwar strukturell &#8211; verändern muss, ist inzwischen Konsens in der Medienbranche. Problematisch finde ich jedoch, wenn wir weiterhin einer Denke verhaftet sind, die wie eh und je zwischen den Kategorien  Print, TV, Radio und eben Online unterscheiden.</p>
<p>Solch ein Verständnis hat schwerwiegende Folgen auf strategische Entscheidungen. Es beeinflusst die Gestaltung von Ausbildungsplänen, es bestimmt  Workflows in Redaktionen. Ich gehe sogar soweit, zu behaupten, dass es Innovation verhindert, überkommene Strukturen verfestigt und die kommende Journalistengeneration frustriert.</p>
<p>Online als frei stehende <em>Extrakategorie</em> zu Print, TV und Radio zu definieren macht nicht mehr viel Sinn. Die junge Generation macht keinen Unterschied mehr zwischen Online und Offline, denn sie ist immer online. Online- und Offline-Welt verschmelzen, das Internet beeinflusst heute nahezu jeden Aspekt unseres Lebens.</p>
<p><strong>One Brand, All Media</strong></p>
<p>Was muss man daraus für den Journalismus folgern? Wir brauchen einen ganzheitlichen Ansatz: Onlinejournalismus ist also kein Anhängsel und keine Extrakategorie mehr, sondern ein natürlicher, integraler Teil von Journalismus. Er ist damit auch nicht ein Journalismus, der neben Radio, TV und Printjournalismus steht, sondern jeder Radio-, TV und Printjournalismus ist auch Onlinejournalismus.</p>
<p>Dass sich das ZDF auf Twitter jetzt @zdf nennt und nicht mehr @zdfonline ist nur folgerichtig. Auch die Süddeutsche Zeitung will <a href="http://www.sueddeutsche.de/kolumne/social-media-groteske-wieso-die-sz-ploetzlich-doppelt-auf-facebook-ist-1.1272331" target="_blank">nicht mehr unterscheiden zwischen Süddeutsche Zeitung und sueddeutsche.de</a> (Ich frage mich, wie lange der Spiegel im Netz immer noch Spiegel Online sein will und nicht einfach Der Spiegel. Dass diese Unterscheidung nicht mehr viel Sinn macht, merkt man an der iPad-App, wo die Kompetenzen der Printredaktion und der Onlineredaktion immer mehr verschmelzen). Es waren eigentlich selten die Nutzer, sondern vielmehr wir Journalisten selber, die so eine gekünstelte Trennlinie zwischen der traditionellen Marke und der ausgelagerten Online-Version gemacht haben. So als ob wir uns vorauseilend entschuldigen müssten für die schlechtere Qualität des im Netz angebotenen Inhaltes.</p>
<p>&#8220;One brand, all media&#8221;, heißt auch <a href="http://www.dw.de/dw/article/0,,15708338,00.html" target="_blank">für die Deutsche Welle die Devise</a>, die sich vor ein paar Tagen von einer verwirrenden Anzahl von Absendern (DW-TV, DW-RADIO, DW-WORLD) verabschiedet hat. Es gibt nun nur noch eine DW, eine Marke für alle Medienangebote.</p>
<p><strong>Alte und neue Logik</strong></p>
<p>Hier geht es um mehr als um Marketing und semantische Kosmetik. Jeder Journalist – egal ob er vorrangig für eine TV-Sendung, ein Radioprogramm oder eine Tageszeitung arbeitet &#8211; muss heute die digitalen Verbreitungskanäle berücksichtigen. Dass diese eigentlich simple Erkenntnis noch nicht in allen Journalistenköpfen angekommen ist, habe ich kürzlich bei einem Seminar erlebt, das ich für Printjournalisten abhielt.</p>
<p>Über zwei Stunden machten wir ein Brainstorming zu neuen Formaten für die Website. Es ging darum, wie man mehr Interaktivität mit den Lesern hinbekommen könnte. Am Ende war eine große Tafel vollgeschrieben mit tollen Ideen. Dann kommentierte ein Redakteur: &#8220;Das ist natürlich ein bisschen viel für unseren Onliner.&#8221; Er kam offensichtlich gar nicht auf die Idee, dass auch er, der Zeitungsjournalist, mal etwas für die &#8220;digitale Welt&#8221; produzieren könnte. In seiner Denke muss alles, was mit dem Internet zu tun hat, irgendwie von der Onlineredaktion erledigt werden.</p>
<p>Zu diesem Schluss kommt man zwangsläufig, wenn man der alten Logik der Kategorisierung in Print,TV, Radio und Online folgt. An diesem Beispiel sieht man m.E. sehr gut, wie so auch viel Innovation ausgebremst wird. Denn an Ideen mangelt es nirgends. Nur wenn es an die Umsetzung geht, stößt man oft an die Kapazitätsfrage:  &#8220;Wir können doch jetzt nicht die Onlineredaktion verdoppeln&#8221;, heißt es dann immer wieder. Nein, muss man ja auch nicht. Es würde genügen, wenn die Print-, TV- und Radio-Journalisten begreifen, dass sie selbst mit Hand anlegen müssen. Onlinejournalismus ist heute – wenn wir bei den Kategorien bleiben wollen – eine Überkategorie. Für jedes Print, TV oder Radioprodukt muss die Umsetzung im Netz von vorneherein mitgedacht werden, nicht erst, wenn alles schon produziert ist.</p>
<p><strong>&#8220;Everything old is new again&#8221;</strong></p>
<p>Journalismus im Netz beschränkt sich eben nicht auf das Umarbeiten von für die klassischen Vertriebskanäle produzierten Inhalten. Wenn wir Journalisten allesamt mal anfangen würden, Onlinejournalismus nicht nur mit der Eingabe von Content in ein CMS gleichzusetzen, sähen viele das Internet nicht mehr als bedrohliche Ödnis , sondern als das, was es ist: eine Erweiterung des kreativen Gestaltungsraums von Journalisten.</p>
<p>Es geht darum, Journalismus weiterzumachen wie bisher, nur ohne Scheuklappen. <em>“Everything old is new again”</em>, heißt es in der <a href="http://www.slideshare.net/emmaturner/lean-back-media-the-shock-of-the-old" target="_blank">digitalen Strategie des Economist</a>, der von vielen – zu Recht – als leuchtendes Beispiel im Medienwandel gesehen wird. Und weiter: &#8220;It is actually a tsunami that demands urgent re-examination of everything that constitutes a media business.&#8221;</p>
<p>Das Denken bestimmt unser Handeln. Der digitale Wandel wäre wesentlich einfacher zu gestalten, wenn wir endlich die absurde Unterscheidung zwischen Journalismus und Onlinejournalismus ad acta legten. Immerhin: Wolf Schneider hat das offenbar schon getan. Als er im<a href="http://meedia.de/internet/sorgen-um-den-journalismus-ueberhaupt/2012/01/31.html" target="_blank"> Interview mit meedia</a> gefragt wird, ob der Print- dem Onlinejournalismus überlegen sei, antwortete er: „(..) tendenziell lässt sich der Online-Journalismus nicht vom Print-Journalismus unterscheiden. Mathias Müller von Blumencron mit seinem Spiegel Online, das ich regelmäßig lese, ein Schüler von mir, hat ihn unter anderem auf eine Höhe gehoben, mit der man durchaus leben kann.“</p>
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		<title>Zeit für Experimente</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 07:18:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steffen Leidel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>

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		<description><![CDATA[Was bedeutet das Internet für uns Journalisten? Wie verändert es unseren Alltag, wo durchbricht es althergebrachte Routinen, wo erweitert es unseren Gestaltungsspielraum? Was ist in dem ganzen Medienwandel Hype, was von dem Neuen wird bleiben?  Diese Fragen stehen hinter all den Einträgen, die Kollege Bösch und ich hier im lab-Blog in den vergangenen drei Jahren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><div id="attachment_2556" class="wp-caption alignnone" style="width: 690px">
	<img class=" wp-image-2556 " title="Empfangsanlage Bockhacken, etwa 1980" src="http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/wp-content/uploads/2012/01/lab-welle.jpg" alt="" width="690" height="512" />
	<p class="wp-caption-text">Im Bild: die Empfangsanlage Bockhacken der DW, etwa 1980 (Bildmontage sl)</p>
</div>
<p>Was bedeutet das Internet für uns Journalisten? Wie verändert es unseren Alltag, wo durchbricht es althergebrachte Routinen, wo erweitert es unseren Gestaltungsspielraum? Was ist in dem ganzen Medienwandel Hype, was von dem Neuen wird bleiben?  Diese Fragen stehen hinter all den Einträgen, die Kollege Bösch und ich hier im lab-Blog in den vergangenen drei Jahren geschrieben haben. Wie alle Medienunternehmen ist auch die Deutsche Welle auf dem Weg zum Multimedia-Unternehmen. Das geht nicht von heute auf morgen und schon gar nicht ohne, dass Fragen und Zweifel aufkommen.  Die Abteilung Interne Kommunikation der DW hat uns gebeten, auf fünf Statements zu antworten, die in dem Reformprozess immer wieder zu hören sind und wahrscheinlich nicht allein DW-spezifisch sind.</p>
<p><em>Wir dokumentieren hier unsere Antworten. Sie geben unsere rein persönlichen Meinungen wieder. Wir freuen uns auf Ihre Kommentare und Erfahrungen!<br />
</em></p>
<p><strong>1. &#8220;Wir starten da ein Multimediaprojekt, wir haben ja kein Radio mehr. Mit Audios, Bildergalerien und Reportagen. Und – ach ja – neben dem Multimediaprojekt soll es auch noch Videos geben, Apps wohl auch …</strong><strong> &#8221;</strong><strong></strong></p>
<p>Multimedia ist ein schwammiger Begriff, der heute für alles und nichts gebraucht wird. Strenggenommen ist ein Artikel mit Audioclip oder Foto auch schon ein Multimediabeitrag. Im Internet können alle Mediengattungen zum Einsatz kommen. Allerdings sollte Multimedia niemals Selbstzweck sein. Die Versuchung ist groß, das Internet als Medium mit den unbegrenzten Möglichkeiten auszureizen. Das ist leider nicht immer zum Nutzen des Users. Als Autor überlegt man am besten immer, welches Medium das geeignete ist, um eine Geschichte rüberzubringen: Die Story bestimmt das Format.</p>
<p>Bei großen Projekten ist eine gute Planung und Absprache der Beteiligten zwingend. Eine App kann Teil eines größer angelegten Multimediaprojekts sein, sie muss jedoch eigens für verschiedene Plattformen (Android, iPhone) programmiert werden. Hier sollte man Aufwand und Nutzen nicht aus dem Blick verlieren.</p>
<p><strong>Tipp</strong> <strong> <a href="http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/?p=2455" target="_blank">Journalismus heute – die richtige Denke</a></strong></p>
<p><strong><br />
2. &#8220;Wir sollen ja jetzt auch Videos machen. Ich denke, ich zieh’ mir da mal ’ne VJ-Schulung rein, auch Final Cut oder so was. Aber das mit dem Internet machen ja wohl weiter die Online-Kollegen …</strong><strong> </strong><strong>&#8221; </strong></p>
<p>Leider wird Onlinejournalismus häufig immer noch mit der Eingabe von Texten in ein CMS verwechselt. Darum geht es nicht. Das Internet gehört zur Lebenswirklichkeit der meisten Menschen. Das können gerade Journalisten nicht ignorieren. Sie müssen dort präsent sein, wo ihr Publikum ist. Und das ist in der Regel auch online.</p>
<p>Ein Journalist muss heute die Distribution seiner Produkte mitdenken und diese für die jeweiligen Kanäle konfektionieren. Das bedeutet natürlich nicht, dass nun jeder auch als Videojournalist oder Grafiker arbeiten muss. Nötig ist jedoch ein Grundverständnis, was man unter multimedialem Storytelling versteht und wie man Social Media journalistisch nutzen kann.</p>
<p>Der Umgang mit Social Media sollte gerade für Nachrichtenleute selbstverständlich sein. „Ich befürchte, dass wir unsere Arbeit nicht machen, wenn wir diese Dinge nicht beherrschen“, <a href="http://www.guardian.co.uk/media/pda/2010/feb/10/bbc-news-social-media" target="_blank">sagte der Chef von BBC World Service, Peter Horrocks</a>, schon vor zwei Jahren in einem Interview mit dem Guardian.</p>
<p><strong>Tipp  <a href="http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/?p=2387" target="_blank">Multimedia-Workshop – Lessons learned</a></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>3. &#8220;Es kann doch jetzt nicht jeder nach einem Casting und einer Woche Seminar schon ein Magazin moderieren. Video-on-Demand fürs Web und Fernsehen, wie wir es via Satellit ausstrahlen – das ist noch lange nicht dasselbe.</strong><strong>&#8220;</strong><strong></strong></p>
<p>Natürlich besteht ein Unterschied zwischen der Arbeit eines hauptberuflichen TV-Moderators und der Qualität eines schnell produzierten Web-Videos. Allerdings haben wir es im Web auch nicht mehr mit einem klassischen Sender-Empfänger-Modell zu tun. Im Social Web kann jeder ortsungebunden Sender und Empfänger zugleich sein. Diese Situation ist neu, deswegen brauchen wir Experimente, um zukunftsweisende und passende Formate zu entwickeln.</p>
<p>Die Geschichte der Medien ist eine Geschichte der konstanten Veränderung. Und dazu gehören Experimentieren und auch das Scheitern, denn nur durch Scheitern lernt man.</p>
<p><strong>Tipp  <a href="http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/?p=2274" target="_blank">Transmedia Storytelling – Die Kunst des digitalen Erzählens</a></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>4. &#8220;Wenn die DW auf Newsgames setzen sollte, hat sie ihren Kredit als verlässliche Quelle seriöser Nachrichten verspielt.</strong><strong>&#8220;</strong><strong></strong></p>
<p>Seriosität und Spiele schließen sich nicht aus. Die <a href="http://www.pcmag.com/article2/0,2817,2393200,00.asp" target="_blank">University of Washington hat mit einer spielerischen Anwendung namens Foldit</a> und freiwilligen Nutzern weltweit jahrelang ungelöste Probleme der HIV- und Krebsforschung binnen Tagen im Netz gelöst. Außerdem können Spiele eine eigene interaktive Erfahrung generieren. Das können traditionelle Medien so nicht. Warum sollte man dies nicht gewinnbringend im journalistischen Kontext ausprobieren? Beispiele gibt es weltweit – ob aus den USA, Brasilien oder Frankreich. Hier könnte sich auch die DW als multimediales Haus innovativ positionieren.</p>
<p><strong>Tipp  <a href="http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/?p=1403" target="_blank">Newsgames – Journalismus zum Spielen</a></strong></p>
<p><a href="http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/?p=1866" target="_blank"><strong>NUI und die Gamification</strong></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>5. Journalisten sollen plötzlich alles machen: texten, moderieren, Kamera führen, schneiden &#8230; Ich erzähle lieber weiter Geschichten.</strong><strong>&#8220;</strong><strong></strong></p>
<p>Der Journalist als eierlegende Wollmilchsau ist ein Mythos. Jeder sollte auch künftig das tun, was er am besten kann. Es geht auch in Zukunft darum, Geschichten zu erzählen. Die neuen Werkzeuge sollen nicht um ihrer selbst Willen benutzt werden, sondern helfen, die Geschichten kreativer, umfassender und vielschichtiger zu erzählen.</p>
<p><strong>Tipp  <a href="http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/?p=1784" target="_blank">Der Journalist von heute und morgen</a></strong></p>
<p><a href="http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/?p=2253" target="_blank"><strong>Wenn Fülle den Geist beschränkt</strong></a></p>
<p><strong> Hier gibt es noch weiteren Lesestoff.</strong> Die zehn meist geklickten Einträge aller Zeiten unseres lab-Blogs:</p>
<ol>
<li><strong><a href="http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/?p=2171" target="_blank">Breaking News – Eine Kurzanleitung</a></strong><strong></strong></li>
<li><strong><a href="http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/?p=351" target="_blank">Sinnvolle Social Media Guidelines</a></strong><strong></strong></li>
<li><strong><a href="http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/?p=2514" target="_blank">Drohnenjournalismus</a></strong><strong></strong></li>
<li><strong><a href="http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/?p=2455" target="_blank">Journalismus heute – die richtige Denke</a></strong><strong></strong></li>
<li><strong><a href="http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/?p=1043" target="_blank">Video vs. Audio-Slideshow: Das Ende vom Anfang</a></strong><strong></strong></li>
<li><strong><a href="http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/?p=837" target="_blank">Links für Journalisten</a></strong><strong></strong></li>
<li><strong><a href="http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/?p=1302" target="_blank">Was ist Creative Commons?</a></strong><strong></strong></li>
<li><strong><a href="http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/?p=1261" target="_blank">Data Visualization – Mach die Daten schön</a></strong><strong></strong></li>
<li><strong><a href="http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/?p=745" target="_blank">Werde Multimedia-Journalist!</a></strong><strong></strong></li>
<li><strong><a href="http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/?p=1824" target="_blank">Disruptive Storytelling plus 6 neue W</a></strong></li>
</ol>
<p>&nbsp;</p>
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