Was kann Ehrenamt nicht leisten?

Von Elisabeth Jahn und Theresa Tropper

Aus ganz Deutschland ziehen Menschen an den Bodensee, um dort ihren Lebensabend zu verbringen. Doch wer kümmert sich um die Alten, wenn sie nicht mehr selbstständig leben können? Verwandte in der Nähe gibt es keine, Pflegedienste sind teuer und Ehrenamtliche fehlen. Auf der Halbinsel Höri hat ein Verein einen Kompromiss gefunden.

Anstrengende Monate liegen hinter Inge Schäfer. Nach zehn Operationen und einer langen Zeit im Krankenhaus konnte sich die 80-Jährige nicht mehr selbst versorgen. Statt in ihre geliebte Wohnung zurückzukehren, musste sie deshalb in ein Pflegeheim ziehen. Wohl gefühlt hat sich Inge Schäfer dort nicht. Denn trotz ihrer schlechten körperlichen Verfassung ist die gebürtige Hessin geistig topfit. Der Verein “Hilfe von Haus zu Haus” war ihre Rettung: Dank der regelmäßigen Betreuung kann Inge Schäfer nun wieder in ihren eigenen vier Wänden wohnen.

Welchen Preis hat Ehrenamt?

Die Hilfe von Haus zu Haus ist für Inge Schäfer nicht kostenlos: 10,50 Euro bezahlt die Rentnerin pro Stunde. Einen Großteil davon erhalten die Helferinnen, die sich meist auf einer 175-Euro-Basis im Monat etwas dazuverdienen. Bezahlung im Ehrenamt? Auf den ersten Blick ein Widerspruch. Maria Hensler, die Vorsitzende des Vereins Hilfe von Haus zu Haus, sieht das nicht so. Hören Sie ihre Antworten!

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